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Weltbevölkerung: Menschheit wächst weiter, Europäer werden weniger

In den Industrieländern erreichen viele Menschen künftig ein biblisches Alter, in Afrika wächst die Bevölkerung rasant - und es gibt weniger Europäer. Die UN legte neue Daten zur Weltbevölkerung vor.

Die Weltbevölkerung wird von heute fast 7,2 Milliarden Menschen bis zum Jahr 2050 auf voraussichtlich 9,6 Milliarden Menschen wachsen. Mit dieser neuen Projektion korrigierten die Vereinten Nationen in einer am Donnerstag von der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung vorgelegten Projektion ihre Hochrechnungen aus dem Jahr 2011 um rund 250 Millionen Menschen nach oben.

Einer der Gründe dafür sei, dass die Fruchtbarkeitsraten weniger stark sinken als noch vor zwei Jahren angenommen, teilte die Stiftung Weltbevölkerung in Berlin weiter mit. Im Jahr 2100 würden dann voraussichtlich 10,9 Milliarden Menschen auf der Erde leben.

Zwei Kinder pro Frau in Entwicklungsländern

Das Bevölkerungswachstum der Zukunft findet demnach fast ausschließlich in den Entwicklungsländern statt. In Afrika werde sich die Bevölkerung von heute 1,1 Milliarden auf voraussichtlich knapp 4,2 Milliarden Menschen im Jahr 2100 vervierfachen.

In Europa hingegen werde die Zahl der Menschen abnehmen: Leben heute noch 742 Millionen Menschen in Europa, sollen es am Ende des Jahrhunderts voraussichtlich nur noch 639 Millionen Menschen sein. Das entspricht einem Rückgang um 14 Prozent.

Die UN-Projektionen basieren auf der Annahme, dass die durchschnittliche Fertilität in den Entwicklungsländern von heute 2,6 Kindern pro Frau auf zwei Kinder im Jahr 2100 sinken wird. Bedingung dafür ist, dass Frauen in Entwicklungsländern einen besseren Zugang zu Aufklärung und Verhütung erhalten.

Die Vereinten Nationen gehen in der Projektion davon aus, dass die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen weltweit von heute 70 Jahren auf 82 Jahre im Jahr 2100 steigen wird. In Industrieländern werden die Menschen dann voraussichtlich 89 Jahre alt werden - und damit elf Jahre älter als heute.

anb/AFP / AFP
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