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Antarktis: Ozonloch schließt sich nicht vor 2065

Der Patient am Südpol erholt sich, wenn auch nur sehr langsam: Seit der Jahrhundertwende wächst das Ozonloch über der Antarktis nicht mehr. Bis es sich endgültig schließt, vergehen Klimatologen zufolge allerdings noch einige Jahrzehnte.

Ozonloch über der Antarktis: Die blauen und violetten Zonen geben an, wo die Ozonschicht am dünnsten ist

Ozonloch über der Antarktis: Die blauen und violetten Zonen geben an, wo die Ozonschicht am dünnsten ist

Das riesige Ozonloch über der Antarktis wächst seit der Jahrhundertwende nicht mehr, wird sich voraussichtlich aber nicht vor dem Jahr 2065 schließen. Die Erholung der Ozonschicht über dem Südpol werde "nicht vor dem Jahr 2030" beginnen, prognostizierte der US-amerikanische Klimatologe David J. Hofmann am Montag auf einem Fachkongress in Wien.

Immerhin hätten die regelmäßigen Ballon-Messungen über der Antarktis seit den 1980er Jahren ergeben, "dass der kranke Patient am Südpol nicht mehr kränker wird", sagte Hofmann zum Auftakt der Jahresversammlung der Union Europäischer Geowissenschaftler (EGU). Bisher sei allerdings unklar, ob die Atmosphäre über dem Südpol jemals wieder zu ihrem ursprünglichen Zustand zurückkehren werde, erläuterte der Klimatologe vom Earth System Research Laboratory der Universität Boulder im US-Staat Colorado. Auswirkungen auf den Klimawandel werde die Entwicklung über der Antarktis voraussichtlich nicht haben.

Gasförmige Halogenverbindungen sind für den Abbau der Ozonschicht verantwortlich. Nach heutigem Wissensstand gelten die vom Menschen in die Atmosphäre gebrachten Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW), die 1990 verboten wurden, als Verursacher des Ozonlochs. Ein Abbau der Ozonschicht bringt Nachteile für Menschen und Tiere mit sich, da die UV-Strahlung dann nicht mehr im vollen Umfang absorbiert werden kann.

Zu dem weltweit größten Kongress für Geowissenschaftler sind in Wien mehrere Tausend Forscher aus aller Welt zusammengekommen. Sie werden im Wiener Austria-Center bis einschließlich Freitag gut 13.000 Vorträge hören, teilten die Veranstalter mit.

DPA / DPA
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