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Artenschutz: Splatter für die Wissenschaft

Mit einem ungewöhnlichen neuen Messgerät, dem "Splatometer", wollen britische Forscher dem Insekten- und Vogelsterben auf die Spur kommen.

Mit einem ungewöhnlichen neuen Messgerät wollen britische Forscher dem Insekten- und Vogelsterben auf die Spur kommen. Das so genannte Splatometer (von "to splatter": bespritzen) wird auf der Windschutzscheibe von Autos angebracht und fängt dort Insekten auf. Die Ausbeute wird anschließend im Labor analysiert und soll Aufschluss geben über das Vorkommen einzelner Tierarten in unterschiedlichen Regionen, wie die Königliche Gesellschaft für Vogelschutz am Montag in London mitteilte.

Nicht mehr als eine Klebefolie

Das "Splatometer" hat etwa die Größe einer Postkarte und kann auch auf der Motorhaube oder dem Nummernschild befestigt werden, wie der Biologe Richard Bradbury erklärte. Das Instrument ist nicht mehr als eine Klebefolie, auf die nach einer Autofahrt ein identisches Gegenstück aufgeklebt und die anschließend abgezogen wird. Die einfache Vorrichtung ermöglicht es den Wissenschaftlern leicht, die Anzahl der aufgefangenen Insekten zu ermitteln.

"Splatometer" gibt Aufschluss über regionale Unterschiede im Insektenbestand

"Wir haben ein System entwickelt, dass sowohl zur Rettung von Insekten als auch von Vögeln beitragen kann", sagte Bradbury. "Den Leuten ist aufgefallen, dass immer weniger Insekten auf ihren Windschutzscheiben landen." Mitarbeiter der Vogelschutz-Gesellschaft haben den Testbetrieb des "Splatometers" bereits aufgenommen und die Folie an ihren Autos befestigt. "Das könnte uns Aufschluss geben über regionale Unterschiede" im Insektenbestand, sagte der Biologe.

Rückgang der Insektenarten könnte auch Vögel beeinträchtigen

Nach Angaben von Wissenschaftlern sind die Bestände eines Großteils aller rund 4.000 in Großbritannien einheimischen Insektenarten rückläufig. Die Vogelschutz-Gesellschaft hat sich außerdem besorgt geäußert über die abnehmende Verbreitung einiger Vogelarten, darunter Goldammer und Rebhuhn, was sie zum Teil auf das Insektensterben, jedoch auch auf die Vernichtung von Lebensraum sowie auf den Klimawandel zurückführen.

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