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Ausgrabungen in der Wüste Gobi: Dino-Gang tappt in Todesfalle

Seit über 30 Jahren graben Paläontologen schon in der Wüste Gobi nach Saurierskeletten, ein gutes Dutzend haben sie bereits entdeckt. Ein neuer Fund zeugt von einer Tragödie und zeigt, dass es auch unter den Sauriern Jugendcliquen gab.

Ein amerikanisch-chinesisches Forscherteam legte jetzt die Fossilien von 25 Jungsauriern frei, die vor rund 90 Millionen Jahren in dem Morast eines rasch verlandenden Gewässers verendet waren. Über ihre Ergebnisse berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Acta Palaeontologica Polonica".

Was sich vor 90 Millionen Jahren in der Wüste Gobi ereignet hat, kann wohl als Tragödie bezeichnet werden. Eine Herde halbwüchsiger Saurier zog über den asiatischen Kontinent. Auf der Suche nach Wasser folgten die Jungtiere ihrem ebenfalls noch jungen Herdenanführer in die tödliche Falle - ein morastiges Gewässer. Beim Versuch, sich aus dem Morast zu befreien, versanken sie immer tiefer. Was für die Jungtiere eine Katastrophe war, ist für die Forscher um Paul Sereno von der Universität Chicago ein Glücksfall: Die Körper waren so gut konserviert, dass bei einigen Exemplaren sogar der Mageninhalt erhalten geblieben ist.

Dass es sich um eine Herde von Jungtieren handelt, schließen die Forscher aus der Anordnung der dicht beisammen liegenden Skelette, die alle nach Südosten ausgerichtet waren. Die unterschiedlich alten Jungtiere der Art Sinornithomimus dongi schlossen sich zusammen, da die erwachsenen Saurier mit Paarung, Nestbau und Brutpflege beschäftigt waren, vermuten die Wissenschaftler.

Zwar hatten Forscher bereits bei früheren Ausgrabungen Sauriergruppen entdeckt, doch konnten sie keinen Grund dafür erkennen, warum sich die Tiere in Herden zusammengeschlossen hatten und woran sie gestorben waren. Bei dem neuen Fund ließen sich diese Fragen beantworten: Die drei bis fünf Meter großen Dinosaurier waren im Morast versunken. Darauf deuten fossile Reste von Muschelkrebsen hin, die zeigen, dass ein Wasserreservoir vorhanden gewesen sein muss. Auch ein tiefer Fußabdruck der Dinosaurier spricht dafür, dass der Untergrund extrem aufgeweicht war. Versteinerungen rissiger, mit Sand gefüllter Lehmschollen sowie der gute Erhalt der Skelette weisen darauf hin, dass der See oder Tümpel innerhalb kurzer Zeit ausgetrocknet ist.

Die Tiere waren ein bis sieben Jahren alt, wie die Forscher aus den Altersringen der Knochen schlossen. Durch den neuen Fund sehen sie sich in der Annahme bestätigt, dass die Urechsen aus der Gruppe der Ornithomimosauridae höchst soziale Wesen waren.

DDP/lea / DDP
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