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Ausstellung "Expedition Zukunft": Bildungsreise mit der Bahn

Ein Zug als rollendes Museum: Die Ausstellung "Expedition Zukunft" macht in 62 Städten Halt und soll Lust auf Forschung und Technik wecken. 15 Millionen Euro hat das ambitionierte Projekt gekostet, das jetzt startet. stern.de hat einen Blick in die Waggons geworfen.

Von Kai Kupferschmidt

"Haben wir zukünftig genug Energie?" Schwarz auf weiß springt dem Besucher die Frage entgegen. Dann rattert es kurz, und auf der gleißend hellen Anzeigetafel erscheint die nächste Frage: "Wie alt wollen wir werden?" Es rattert erneut, die Buchstabenplättchen rotieren: "Kann die Erde uns alle ernähren?" "Kennt bald jeder sein eigenes Erbgut?" Gleich im ersten Wagen des neuen Ausstellungszuges "Science Express" bekommt der Besucher diese Fragen gestellt - bange, optimistische, unsichere oder begeisterte Fragen. Die restlichen elf Wagen sollen Antworten liefern und Anstoß sein, sich mit den jeweiligen Themen auseinanderzusetzen.

"Man kann nicht darauf warten, dass die Interessierten von sich aus auf einen zukommen", sagt Dietrich Nelle, Projektleiter beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Darum will Deutschlands erste Wissenschaftsausstellung im Zug die Forschung zu den Interessierten bringen. Gemeinsam mit der Max-Planck-Gesellschaft und zahlreichen Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft hat das Ministerium die Zukunftsshow auf Gleisen entwickelt. Der 300 Meter lange Sonderzug wird auf seiner Tour durch die Republik 62 Städte in den kommenden sieben Monaten ansteuern, bevor er am 24. November 2009 in Berlin seine Fahrt beendet. Die Ausstellung ist täglich außer mittwochs von 9 bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt ist kostenlos.

Mit immensem Aufwand wurden zwölf Personenwagen der Deutschen Bahn aus den 60er- und 80er-Jahren im Eisenbahn-Ausbesserungswerk Wittenberge umgebaut: Sitzplätze, Abteiltüren und Gepäckhalterung mussten weichen, neu eingebaut wurden Brandschutz, Klimaanlage und Energieversorgung. Da das Museumsungetüm nur an Fernbahnhöfen halten kann, ist in den kommenden Monaten bei dem einen oder anderen ICE mit Verspätungen zu rechnen, aber das nehmen die Initiatoren in Kauf: Der "Science Express" soll das Highlight des Wissenschaftsjahres 2009 werden und gleichzeitig eine Hommage an die deutsche Forschung zum 60. Geburtstag der Bundesrepublik.

Beeindruckende Themenwelten

Die einzelnen Waggons heißen "flexibel + digital" oder "nachhaltig + effizient" - Namen, die so klingen, als hätte sich ein Team "junger Kreativer" bei einem Brainstorming zu leeren Zukunftsparolen eingefunden: klein geschriebene Wörter, dazwischen ein bemüht jung und modern anmutendes Pluszeichen. Zum Glück haben sich die Veranstalter der Ausstellung im Inneren der Wagen deutlich mehr Mühe gegeben. Jeder Wagen hat ein individuelles, unverwechselbares Design. Das alleine lohnt eine Besichtigung.

Wagen 4 ("info + kogno") etwa thematisiert das menschliche Gehirn und Maschinen. Boden, Decke und Seitenwände sind weiß, verziert mit einem Netzwerk aus riesigen schwarzen Nervenzellen - ein Symbol für die moderne Hirnforschung. Moderne Roboter sind in Schaukästen ausgestellt. Daneben gibt es Videos und interaktive Exponate: Besucher können zum Beispiel ein Gesicht ertasten und anschließend aus drei angebotenen Bildern das richtige auswählen.

Ein anderer Wagen beschäftigt sich mit der Medizin. Der helle Boden wirkt futuristisch, klinisch steril. Rechts und links stehen weiße Plastik-Silhouetten von Menschen, angedeutet durch übereinander geschichtete Querschnitte. Hier geht es um die künstliche Erzeugung eigener Gewebe, um neue Krebsmedikamente und molekulare Scheren, die HIV aus den Körperzellen von Infizierten schneiden. In diesem Wagen werden außerdem die Möglichkeiten des Genomzeitalters aufgezeigt sowie eine Krebstherapie im Jahr 2020: mit Gewebeanalyse vor Ort, mikrochirurgischen Eingriffen, die keine Tumorzellen zurücklassen, und individuellem Wirkstoffdesign am Computer.

"Wir glauben, dass vielen Menschen nicht klar ist, wie schnell sich Forschung entwickelt", sagt Andreas Trepte, der bei der Max-Planck-Gesellschaft das Projekt "Science-Express" leitet. Die Ausstellung soll erklären, wie heutige Erkenntnissen in den nächsten Jahren umgesetzt werden. "Wir hoffen, auch mehr Menschen für ein naturwissenschaftliches Studium zu gewinnen."

Themen in diesem Artikel
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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