Donau-Delta Vogelgrippe erreicht Rumänien


Im rumänischen Donau-Delta, das auf der Strecke zahlreicher Zugvögel liegt, sind mindestens sechs Tiere an der Vogelgrippe erkrankt. Unklar ist, ob es sich bei dem Virus um einen für Menschen gefährlichen Erreger handelt.

Im rumänischen Donau-Delta sind die ersten Vogelgrippe-Fälle aufgetreten. Nachdem am Freitag drei einheimische Enten positiv auf die in Asien grassierende Krankheit getestet worden, sprach Chefveterinär Ion Agafitei am Samstag von weiteren drei Fällen in dem Dorf Smardan.

Die Regierung begann mit der Tötung von Tieren, um eine weitere Verbreitung zu verhindern. Unklar blieb, ob es sich bei dem in den Vögeln entdeckten Virus um den auch für Menschen gefährlichen Stamm H5N1 handelt. "Wir haben bislang 220 Vögel in Ceamurlia de Jos getötet, dort, wo die ersten Fälle aufgetreten sind", sagte Agafitei. Über sechs weitere Dörfer sei eine Quarantäne verhängt worden. Das Donau-Delta liegt auf der Strecke zahlreicher Zugvögel, die unter anderem aus Deutschland, Russland, Skandinavien und Polen kommen.

Die zuletzt in Europa festgestellten Vogelgrippe-Viren gehörten allesamt nicht dem Stamm H5N1 an, an dem sich auch Menschen anstecken können. Dieser tauchte allerdings in westlichen Teilen Russlands auf. Um ein Einschleppen des Virus zu verhindern, haben in Europa Staaten wie Deutschland und Frankreich ihre Schutzmaßnahmen verstärkt. Ein Sprecher des Verbraucherschutzministeriums sagte am Samstag, ein erhöhtes Risiko für Deutschland bestehe nicht. Eine Übertragung durch Zugvögel sei zudem praktisch ausgeschlossen. "Rumänische Zugvögel kommen nicht hierher", sagte der Sprecher. Die Regierung habe eine Reihe von Maßnahmen vorbereitet, die eine Stallpflicht für Geflügel einschlössen.

In Asien sind mehr als 60 Menschen an der Vogelgrippe gestorben. Das Virus wird dabei von einem Tier auf den Menschen übertragen. Sollte es so mutieren, dass es direkt von Mensch zu Mensch verbreitet werden kann, könnte dies eine weltweite Epidemie auslösen. Die Vereinten Nationen hatten kürzlich davor gewarnt, dass in diesem Fall das Virus das Leben von bis zu 150 Millionen Menschen bedrohen würde.

Reuters Reuters

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