Erdverdunklung Düstere Aussichten


Auf der Erde wird es immer dunkler. Forscher haben heraus gefunden, dass winzigste Rußpartikel fossiler Brennstoffe das Sonnenlicht zunehmend zurückhalten. Seit den 50er-Jahren sinkt pro Jahrzehnt die Sonneneinstrahlung um zwei bis vier Prozent.

Auf der Erde wird es langsam dunkler. Winzige Partikel aus der Verbrennung von Öl und Kohle blockieren nach Messungen von Forschern zunehmend das Sonnenlicht. Außerdem wächst durch die Klimaerwärmung die Wolkendecke. Seit den späten 50er Jahren sei die Sonneneinstrahlung am Erdboden um zwei bis vier Prozent pro Jahrzehnt gesunken, berichtete das britische Wissenschaftsjournal "Nature" am Mittwoch auf seiner Internetseite. Dies könne möglicherweise den Treibhauseffekt abmildern.

Verdunklung mildert Treibhauseffekt ab

Bislang sei das Phänomen nur auf der Nordhalbkugel untersucht worden. Nun hätten australische Forscher es auch auf der Südhalbkugel nachgewiesen, berichtete "Nature". Ihrer Studie zufolge sei die Verdunstungsrate in Australien während der vergangenen 30 Jahre signifikant gefallen, was ein sicheres Zeichen für eine gesunkene Wärmeeinstrahlung sei. "Das belegt, dass es sich um ein globales Phänomen handelt", zitierte das Journal den Chef des Forscherteams, Michael Roderick von der Australischen Nationaluniversität in Canberra. Die Messdaten widerlegten zudem die Theorie, demzufolge Australien durch die Klimaerwärmung auszutrocknen drohe. "Tatsächlich wird die Welt weniger trocken", behauptet Roderick laut "Nature".

Einige Forscher fürchten, dass die globale Verdunklung als Ausrede dienen könnte, sich nicht weiter um den Treibhauseffekt zu sorgen. Aus dieser Befürchtung habe die Forschergemeinde das Thema in der Vergangenheit auch nur sehr zurückhaltend in der Öffentlichkeit diskutiert, sagte der israelische Umweltexperte Shep Cohen laut "Nature". Ein Verständnis des Phänomens sei jedoch bedeutend für den Klimaschutz. So könnten Partikelfilter möglicherweise mehr schaden als nützen, wenn nicht gleichzeitig der Kohlendioxidausstoß verringert werde.

DPA


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