HOME

Gefahr für heimische Wälder: Folge des Klimawandels: In Österreich wachsen jetzt subtropische Palmen

Palmen zwischen Fichten- und Buchenwäldern? In Österreich wurden erstmals verwilderte Hanfpalmen entdeckt. Eine Gefahr für die heimischen Wälder.

Klimawandel: Hanfpalmen wachsen in einem Laubwald im schweizerischen Tessin

Hanfpalmen in einem Laubwald im schweizerischen Tessin, wo sich die Palmen zuletzt stark vermehrt hatten

Wissenschaftler haben die ersten Funde von verwilderten Hanfpalmen in Österreich dokumentiert, die den Winter im Freien gut überstanden haben und sich ausbreiten konnten. Eine Studie der Universität Wien zeigt sechs Fundorte junger Sprösse im östlichen Teil Österreichs – zum Beispiel an Bahnschienen. Die subtropische Palme stammt ursprünglich aus Ostchina und kann bis zu 15 Meter hoch werden.

Bis zu zwei Grad wärmer waren die vergangenen Jahre in Österreich im Vergleich zum langjährigen Mittel. Während das für heimische Pflanzen Stress bedeutet, begünstigt es das Wachstum von Exoten aus wärmeren Teilen der Erde. Doch bislang konnten sich diese von Menschen eingeführten Arten in Österreich nicht ausbreiten – starke Fröste und zu kühle Winter verhinderten dies.

Palmen im Wald bald Realität?

 "In einigen Jahren könnten Palmen schon häufiger verwildert angetroffen werden", erklärt Studienleiter Frank Essl vom Department für Botanik und Biodiversitätsforschung der Uni Wien. "Palmen könnten daher in nicht allzu ferner Zukunft in österreichischen Wäldern möglicherweise kein ungewöhnlicher Anblick mehr sein", fasst die Universität Wien in einer Mitteilung zusammen. Noch konzentrieren sich die Funde auf die Region der österreichischen Hauptstadt.

Die Hanfpalme wurde 1830 von Philipp Franz von Siebold aus Japan nach Deutschland gebracht. Als Sinnbild tropischer und subtropischer Länder wurde die robuste Palme als Zierpflanze kultiviert – so auch in Österreich. Allerdings konnten die Zierbäume die strengen Winter mit viel Schnee bisher nur an geschützten Plätzen oder in Glashäusern überstehen.

Hanfpalme gefährdet heimische Wälder

Welche Auswirkungen folgen, wenn die Hanfpalme sich in zentraleuropäischen Ländern ausbreitet, zeigt der Blick in die Schweiz. An der Südseite der Alpen finden sich vermehrt junge Hanfpalmen in Wäldern und verdrängen heimische Arten. Die subtropische Palme bietet, im Gegensatz zu heimischen Bäumen, Vögeln und Wildbienen keine Nahrung. "Daher ist es absolut notwendig, dass Österreich eine weitaus ambitioniertere Klimapolitik als bisher umsetzt", unterstreicht Wissenschaftler Frank Essl.

Quelle: Pressemitteilung der Universität Wien

Tomke Giedigkeit