Gerichtsentscheid Endlich offiziell: Familie Simon hat "Ötzi" gefunden


Das Nürnberger Ehepaar Helmut und Erika Simon darf sich nun offiziell als Finder der Gletscherleiche "Ötzi" bezeichnen. Das entschied das Landesgericht Bozen nach einem monatelangen Rechtsstreit zwischen den Simons und der Provinz Bozen-Südtirol.

Das Nürnberger Ehepaar Helmut und Erika Simon darf sich nun offiziell als Finder der Gletscherleiche "Ötzi" bezeichnen. Das entschied das Landesgericht Bozen nach einem monatelangen Rechtsstreit zwischen den Simons und der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol. Diese hatte bestritten, dass die Eheleute die eigentlichen Finder der Gletschermumie sind.

1991 beim Bergwandern entdeckt

Die Simons hatten die Leiche im September 1991 während einer Bergwanderung in den Ötztaler Alpen entdeckt. Seither kämpften sie für die offizielle Anerkennung als Finder des 5300 Jahre alten "Ötzis" sowie um Finderlohn. Im März 1998 reichte das Paar schließlich Klage beim Landesgericht Bozen ein. Im Januar dieses Jahres kam es zum Prozess.

Außerdem verurteilte das Gericht die Provinz Bozen dazu, die Verfahrenskosten sowie weitere Auslagen des Ehepaares in Höhe von rund 10.000 Euro zu begleichen. Zum Ausgang des Verfahrens plant das Nürnberger Ehepaar für diesen Freitag eine Pressekonferenz in Bozen.

"Mutige" Entscheidung

Der Anwalt des Ehepaares, Georg Rudolph aus Nürnberg, wertete die Entscheidung der Bozener Richterin als "mutig". Er rechnet jedoch damit, dass die Provinz Bozen dagegen Berufung beim Oberlandesgericht einreichen wird. "Die wollen uns mürbe machen", sagte Rudolph der dpa. So sei es noch weiter offen, ob und in welcher Höhe das Ehepaar Finderlohn erhalte. Dieser könnte in Höhe einer sechsstelligen Euro- Summe ausfallen. Immerhin habe sich "Ötzi", der inzwischen in einem eigens für ihn gebauten Museum in Bozen aufbewahrt wird, zu einer Touristenattraktion entwickelt und ziehe jährlich hunderttausende zahlende Besucher an, sagte der Anwalt.

"Den Bozenern geht es ganz klar ums Geld. Die benehmen sich schäbig und hinterwäldlerisch", kritisierte der Jurist. Seine Mandanten seien indes vor allem an der Genugtuung durch eine offizielle Anerkennung interessiert gewesen. Zu dem Fund gehören neben "Ötzis" Körper noch zahlreiche Ausrüstungsgegenstände wie Pfeile und Werkzeuge.

dpa DPA

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