Greenpeace Geheime Genmais-Felder gefunden


Greenpeace-Aktivisten haben zwei bisher unbekannte Genmais-Felder in Bayern öffentlich gemacht. Begründung: Absolute Transparenz im Forschungsanbau sei unabdingbar.

Im Streit um den Erprobungsanbau von Genmais in Bayern haben Greenpeace-Aktivisten am Dienstag zwei bisher geheime Felder öffentlich gemacht. Auf dem staatlichen Gut Grub bei München markierten sie die Äcker mit Absperrband und stellen die Attrappe einer Kuh auf. Alle Anbau-Flächen für Gen-Mais müssten bekannt gegeben werden, forderten die Umweltschützer. Das EU-Recht schreibe ein öffentliches Register für Gen-Pflanzen vor.

Absolute Transparenz notwendig

"Gerade im Forschungsanbau ist absolute Transparenz notwendig", forderte die Gentechnikexpertin Ulrike Brendel. Zwar war bisher bekannt, dass in Grub ein Erprobungsanbau läuft, die konkreten Felder waren aber nicht öffentlich benannt worden. Geheim sind weiter sieben private Äcker, auf denen bei dem Versuch der Gen-Mais ebenfalls angebaut wird.

Nach Greenpeace-Angaben steht Milch von mit Genmais und Gensoja gefütterten Kühen schon jetzt in den Regalen der Supermärkte. Genprodukte aus Versuchsanbau oder Importen würden bereits seit Jahren verfüttert. Auch auf dem staatlichen Gut in Grub sei in der Vergangenheit teilweise schon Genmais verfüttert worden. Die Milch des Versuchsguts gehe an eine Molkerei.

Gift nicht vollständig abbaubar

Gen-Rückstände seien bereits in Futtertrögen gefunden worden, sagte Greenpeace-Experte Christoph Then. Es sei allerdings nicht verboten, gentechnisch veränderte Produkte an Tiere zu verfüttern. Bisher sei nicht wissenschaftlich geklärt, ob das von dem genveränderten Mais produzierte Insektizid auch in der Milch lande. Nachgewiesen sei nur, dass das Gift bei der Verdauung nicht vollständig abgebaut werde. "Wir haben nichts zu verbergen", kommentierte ein Sprecher des bayerischen Agrarministeriums Greenpeace-Aktion. Das Ministerium habe damit "kein großes Problem", sondern sei zur sachlichen Diskussion bereit.

Werden die Verbraucher getäuscht?

Zusammen mit der Verbraucherzentrale Hamburg strengte Greenpeace ein Verfahren gegen die Molkerei an, die angeblich Milch von mit Genmais und Gensoja gefütterten Kühen verwendet. Die Milch werde bundesweit mit dem Begriff "Alpenmilch" beworben, erläuterte Greenpeace. Das täusche die Verbraucher. Der Begriff vermittle den Eindruck, die Kühe grasten auf Almwiesen. Statt dessen erhielten sie teilweise gentechnisch verändertes Futter. Die Molkerei hat ihrerseits gegen Greenpeace wegen mehrerer Äußerungen eine einstweilige Anordnung beantragt.

Bundesweit werden etwa 1,5 Millionen Hektar Mais angebaut. Jeder 5.000ste Hektar ist Gen-Mais. Der Anbau erfolgt angeblich in folgenden Bundesländern:
Mecklenburg-Vorpommern (2 Standorte)
Sachsen-Anhalt (6, davon 1 staatliche Fläche)
Brandenburg (4)
Baden-Württemberg (2)
Thüringen (1)
Bayern (10, davon 3 staatliche Flächen)
Sachsen (5)

DPA DPA

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