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Klimawandel: Horrorszenario für die Wälder

Wissenschaftler fürchten, dass die Wälder durch den Klimawandel künftig mehr Treibhausgase freisetzen als sie speichern. Derzeit schlucken Waldgebiete in aller Welt noch etwa ein Viertel der globalen Kohlendioxidemissionen.

Eine Erhöhung der globalen Durchschnittstemperatur um 2,5 Grad Celsius oder mehr im Vergleich zur vorindustriellen Zeit könnte den Wäldern jedoch ihre Fähigkeit als CO2-Regulator der Erde nehmen, warnt der Internationale Verband forstlicher Forschungsanstalten (IUFRO). Seit Beginn der Industrialisierung ist die weltweite Durchschnittstemperatur bislang um etwa 0,7 Grad gestiegen.

Ein Team 35 führender Forstwissenschaftler hat für das Waldforum der Vereinten Nationen die erste weltweite Studie zur Anpassungsfähigkeit der Wälder an den Klimawandel erstellt. Steigende Temperaturen zusammen mit klimabedingt häufigeren Dürreperioden, Waldkrankheiten und anderen schädlichen Auswirkungen könnten demnach zu einer erheblichen Schädigung der Wälder führen. Unter solcher extremen Belastung könnten Waldgebiete dann die gespeicherten Treibhausgase sogar wieder freisetzen und der Erde damit noch mehr Emissionen aufbürden - ein Teufelskreis.

Als Folge der globalen Erwärmung sieht das Team häufigere und schwerere Trockenperioden in den subtropischen und südlichen Wäldern der gemäßigten Zone voraus. Betroffen davon wären vor allem die Waldgebiete im Westen der USA, in Nordchina und im Mittelmeerraum sowie jene im subtropischen Afrika, in Mittelamerika und Australien. Umgekehrt könnten die höheren Temperaturen kombiniert mit dem düngenden Effekt der steigenden Kohlenstoffwerte zur Ausbreitung von Waldflächen im Norden führen. So könnte Finnland bis zu 40 Prozent an Baumwuchs gewinnen, heißt es in der Studie.

Der Bericht der Experten um den ehemaligen IUFRO-Präsidenten Risto Seppälä vom finnischen Waldforschungsinstitut Metla wurde im Vorfeld einer Konferenz des UN-Waldforums in New York veröffentlicht. Zu der Tagung kommen vom Montag (20. April) an Fachleute aus aller Welt zusammen.

DPA / DPA