HOME

Eingewanderte Art: Tarantel-ähnliche Spinne breitet sich in München aus

Sie beißt, erinnert an eine kleine Vogelspinne, ist der Tarantel ähnlich - und inzwischen auch in Deutschland zuhause. Forscher haben entdeckt, dass die Kräuseljagdspinne sich nun in München ansiedelt.

Die Kräuseljagdspinne in Frontalansicht

Die Kräuseljagdspinne in Frontalansicht

Ihr Anblick ist abschreckend: Die Kräuseljagdspinne ist vergleichsweise groß, hat kräftige Beine und erinnert mit ihrem behaarten Äußeren an eine Vogelspinne. Ihr Körper wird ohne Beine gemessen bis zu 2 Zentimeter lang. Sie ist wild jagend, bissig und eigentlich in wärmeren Regionen wie dem Mittelmeergebiet, Australien oder Südafrika beheimatet. Seit kurzem scheint sie sich jedoch auch in Deutschland wohlzufühlen, erst im Oberrheintal - und nun auch in München.

Kürzlich wurde sie erstmals in der bayerischen Landeshauptstadt entdeckt. Forscher der Zoologischen Staatssammlung München (ZSM) haben den genetischen Code der Spinne entschlüsselt. Über den Sommer hinweg haben die Wissenschaftler, die unter anderem die vollständige genetische Erfassung der bayerischen Tierwelt zum Ziel haben, die Tiere beobachtet und Gewebeproben entnommen. Nun haben sie offenbar den Beweis, dass es sich tatsächlich um die Spinne mit dem lateinischen Namen "Zoropsis spinimana" handelt.

Spinne, Schlange, Salamander: Das sind die acht giftigsten Tiere Deutschlands

Biss relativ harmlos

Erst seit 2005 wird die Kräuseljagdspinne immer wieder auch in Deutschland gesichtet. Im Oberrheintal hat sich die Art bereits ausgebreitet, anders als in ihrer ursprünglichen Heimat lebt sie hierzulande überwiegend in Gebäuden. Mit ihrer Körpergröße ist sie mit der Tarantel vergleichbar. Eine Gefahr, heißt es aus dem ZSM, sei sie für den Menschen jedoch nicht. Die Spinne ist demnach nicht wirklich aggressiv und ihr Biss für den Menschen relativ harmlos.

Etwas anders sieht es bei einer anderen, ebenfalls aus dem Mittelmeerraum nach Deutschland eingewanderten Spinne aus. Die äußerlich unauffällige Mildes Dornfingerspinne beißt eher mal zu, ihr Biss ist den Wissenschaftlern zufolge einem Wespen- oder Bienenstich vergleichbar. In München habe es schon einen Bissunfall gegeben, der Verursacher sei dem ZSM übergeben worden. Und auch künftig müssen sich die Deutschen wohl auf tierische Einwanderer einstellen. "In Zukunft ist vermehrt mit der Einwanderung wärmeliebender Arten zu rechnen", sagt Stefan Schmidt vom ZSM.

car