Ostafrika Tödliche Dürre


Seit Monaten hat es in Ostafrika nicht mehr geregnet; die Wildtiere in den Nationalparks - Touristenmagnet und ganzer Stolz der Region - leiden bitteren Durst. Tausenden droht der Tod.

Die anhaltende Dürre in Ostafrika bringt die Tiere in den Nationalparks Kenias und Tansanias in tödliche Gefahr. Der Dürre fielen in Kenia bislang mindestens 60 Nilpferde zum Opfer. Die Nilpferde - nach Elefanten und Breitmaulnashörnern die drittgrößten Landsäugetiere der Erde - benötigen große Mengen Wasser oder Schlamm, um ihren bis zu 3,2 Tonnen schweren Körper zu kühlen. "Wo immer es eine Dürre gibt, sind die ersten Opfer normalerweise Hippos, die im Wasser leben", sagt Maina.

Etwa 40 der vom Aussterben bedrohten Grevys Zebras - die größte und wildeste der drei noch in Afrika vorkommenden Zebraarten - starben in der Nähe des Samburu-Wildreservats an Milzbrand. Der Erreger kommt in Teilen Afrikas häufig vor, wo Sporen über Jahrzehnte im trockenen Boden erhalten bleiben und dann in Dürreperioden von Tieren aufgenommen werden, die auf der Suche nach essbaren Pflanzen im Erdreich wühlen.

Hunderte Büffel, Elefanten und andere große Tiere, die viel Wasser benötigen, leiden unter der Trockenheit. "Wir sehen, dass der körperliche Zustand der großen Pflanzenfresser schlechter wird", sagt Samson Lenjir vom Massai-Mara-Wildreservat in Kenia. "Und die Lage wird voraussichtlich noch schlimmer, weil Regen erst Mitte März erwartet wird."

Zebras und Gnus können die Kälber nicht säugen

Die Dürre beeinflusste auch die Wanderung von mehr als 1,5 Millionen Gnus, Zebras und anderer Pflanzenfresser von Massai-Mara in Kenia in den berühmten Serengeti-Nationalpark in Tansania. Der Zug gilt als eines der beeindruckendsten Naturschauspiele weltweit. Dabei ziehen die Tiere in die Ebenen der Serengeti, um dort auf dem frischen Gras zu weiden und ihre Kälber zu gebären, "denn das Gras ist nahrhafter, mit viel Kalzium, das entscheidend für die Milchproduktion ist", sagt Titus Mlengeya, Chefveterinär der tansanischen Nationalparkbehörde.

Die Tiere ziehen über drei Korridore in die Serengeti: den westlichen, den mittleren und den östlichen. Die Regenfälle hörten aber entlang der letzten beiden Routen vorzeitig auf. Nur im westlichen Korridor kamen denn auch viele Junge zur Welt. "Sie haben keine Milch und sind gezwungen, häufig weiterzuziehen. In diesem Durcheinander gehen viele Kälber verloren und sterben, denn sie können nur mit Milch überleben", sagt Mlengeya.

Allerdings bestehe noch Hoffnung, denn die Zeit zum Kalben sei erst im April vorüber. "Erwachsene Tiere sind noch nicht gestorben. Noch gibt es Gras, aber es ist ziemlich trocken. Wenn der Regen ausbleibt, müssen wir uns auf ihren Tod einstellen."

Aus den Nationalparks Tsavo West und Ost zogen die Hälfte der mehr als 10.000 Elefanten auf der Suche nach Wasser in die nahe gelegenen Hügel. "Wir haben die Leute davor gewarnt, nachts nach draußen zu gehen. Und wenn sie unbedingt müssen, dann wenigstens nicht alleine", sagt Behördensprecherin Maina.

Viehherden schleppen Krankheiten ein

Hirten der Massai treiben ihre Viehherden in die Nationalparks, wo sie auf Gras und Wasser hoffen. "In Tsavo haben wir es mit fast 100.000 Rindern zu tun", sagt die Sprecherin der kenianischen Naturschutzbehörde, Connie Maina. Dies bedrohe die frei lebenden Tiere, denn ihr Immunsystem sei Infektionen, die von domestizierten Tieren übertragen werden, kaum gewachsen.

"Es ist ein Katz-und-Maus-Spiel. Wir jagen sie aus einer Gegend weg, und während wir auf dem Weg zu den nächsten Eindringlingen sind, kehren die Rinder in die Gegend zurück, der wir gerade den Rücken gekehrt haben", berichtet die Behördensprecherin. "Wir setzen eine Menge Ressourcen für Patrouillen in der Luft und auf dem Boden ein - das zieht kostbare Mittel von anderen Tierschutzaufgaben ab."

Rodrique Ngowi/AP AP

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