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Suchen für die Wissenschaft Wie viele Baby-Pinguine sehen Sie auf diesen Bildern?

Das Projekt "Penguin Watch" ist wie gemacht für Menschen, die Wimmelbilder mögen, Zeit verplämpern müssen und dabei Gutes tun wollen – Suchtfaktor garantiert!

Pinguine sind possierliche Tiere. An Land wirken sie immer ein wenig unbeholfen und tapsig, mit ihren dicken runden Bäuchen und den kurzen Füßen. Schade nur, dass Pinguine hierzulande nicht heimisch sind. Man bekommt sie daher allenfalls im Zoo zu sehen – und das hat mit freier Wildbahn so rein gar nichts zu tun.

Was also tun, wenn man die Vögel ungestört beobachten möchte? Wissenschaftler der University Oxford und der Australian Antarctic Divison schaffen nun Abhilfe: Vor rund drei Jahren haben sie Dutzende Kameras in entlegenen Regionen der Antarktis und Sub-Antarktis aufgestellt und tagein, tagaus fotografiert. So entstanden weit mehr als hunderttausend Aufnahmen von Pinguin-Kolonien, die sie jetzt im Netz veröffentlicht haben. Sie zeigen die Tiere bei dem, was sie am Tage eben so treiben: beim Fressen und Dösen, beim Watscheln, Brüten und Spielen – intime Einblicke in das Familienleben der Vögel.

Spaß im Dienst der Wissenschaft: Ist das ein Pinguin-Ei – oder doch ein Stein?

Das Besondere an dem Projekt: Da die Kameras nach wie vor täglich Bildmaterial liefern, brauchen die Forscher Hilfe beim Auswerten der Fotos. Sie bitten daher darum, die Tiere auf den Aufnahmen zu markieren. So sollen Zahlen über die Pinguin-Bestände in der Antarktis gewonnen werden.

Und das geht so: Die Internetseite Penguinwatch.org aufrufen und nachzählen. Wie viele erwachsene Tiere sind zu sehen? Wo halten sich flauschige Küken versteckt? Und ist der graue Brocken rechts im Bild ein Stein oder doch ein Ei? Auch Möwen, Menschen und Schiffe können in den Bildern auftauchen und werden dann ebenfalls per Mausklick markiert.

Wozu soll das Ganze gut sein?

Laut "Penguin Watch 2.0" liefern die Tierbestände wertvolle Daten über den Zustand des Ökosystems vor Ort. Pinguine werden derzeit von Klimawandel, Umweltverschmutzung und Fischerei bedroht. Die Wissenschaftler erhoffen sich nun Rückschlüsse darüber, wie sich die Umweltfaktoren auf das Brutverhalten der Tiere und deren Population auswirken.

ikr

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