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TANKERUNGLÜCK: Ölpest weitet sich aus - 500 Kilometer Küste verschmutzt

Vier Tage nach dem Untergang des Tankers »Prestige« im Atlantik nimmt das Ausmaß der Ölpest immer größere Ausmaße an. Auch Frankreich sorgt sich jetzt um seine Atlantikküste.

120 Quadratkilometer großer Teppich treibt aufs offene Meer

Vier Tage nach dem Untergang des Tankers »Prestige« im Atlantik nimmt das Ausmaß der Ölpest immer größere Ausmaße an. In der Nacht zum Samstag wurde weiteres Öl an Land geschwemmt. Die Nordwestküste Spaniens ist dadurch nunmehr auf fast 500 Kilometern Länge verschmutzt, berichtete der spanische Rundfunk. Von der neuen Ölflut war vor allem die Gegend um die galicische Hafenstadt Ferrol betroffen.

Zudem trieb nach Angaben der Behörden ein größerer Ölteppich auf das Kap Finisterre zu. Er befand sich in der Nacht nur noch etwa 50 bis 100 Kilometer vor der Küste. Ein weiterer, etwa 120 Quadratkilometer großer Ölteppich bewegte sich unterdessen auf offenem Meer Richtung Norden. Frankreich bereite sich auf eine Ölpest vor, hatte es bereits am Vortag in Paris geheißen.

Aus der »Prestige« soll bis zu ihrem Untergang am Dienstag mehr als doppelt so viel Schweröl ausgelaufen sein, als offiziell zugegeben. Nach Informationen der Zeitung »El País« sind mindestens 20 000 Tonnen ins Meer gelangt.

Noch keine Ölpest-Spuren vor der französischen Küste

Überwachungsflugzeuge der Marine haben noch keine Spuren einer Ölpest vor der Atlantikküste Frankreichs entdeckt. Nach Angaben der Marine haben Kontrollflüge bislang keinerlei Anzeichen für eine Ausbreitung der Ölpest in Richtung französische Küste ergeben. Frankreich bereite sich auf eine Ölpest vor, hatte Umweltministerium Roselyne Bachelot am Freitag erklärt. Die Gefahr sei sehr groß.

Nach dem Untergang des Tankers »Prestige« vor der iberischen Küste würden alle Mittel zur Bekämpfung einer möglichen Ölpest bereitgestellt, sagte sie. Meteorologen hatten davor gewarnt, dass Wind und Strömung das sich ausbreitende Öl nach Norden treiben könnte. Frankreich war erst 1999 von einer schweren Ölkatastrophe getroffen worden, als im Dezember 15 000 Tonnen Erdöl aus dem gesunkenen Tanker »Erika« austraten und rund 500 Kilometer der bretonischen Atlantik-Küste verschmutzten.

Ein unbemanntes französisches Spezial-U-Boot soll in der nächsten Woche die in rund 4000 Meter Tiefe liegenden Wrackteile der »Prestige« untersuchen, ob weiter Öl austritt. Nach portugiesischen Marine-Angaben sollen frische Ölteppiche nahe der Stelle des Untergangs gesichtet worden sein, was aber von spanischen Behörden bestritten wurde.