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Treibhauseffekt und Klimawandel: "Es gibt keinen Zweifel mehr"

Nun ist es amtlich: Auch die Nasa bestätigt, dass es einen Treibhauseffekt gibt. Ein Klimawandel ist unausweichlich, selbst wenn die CO2-Produktion sofort gestoppt würde.

Messungen von Meeressonden haben die Theorie des Treibhauseffekts und des dadurch verursachten Klimawandels bestätigt. Der Wärmeaustausch zwischen Erde und Weltraum sei aus dem Gleichgewicht geraten, berichteten die Forscher unter Leitung des Nasa-Experten James Hansen am Donnerstag in der Zeitschrift "Science". In diesem Jahrhundert werde die Durchschnittstemperatur damit um mindestens 0,55 Grad Celsius steigen, selbst wenn der Ausstoß von Treibhausgasen sofort eingestellt werde.

Alles könnte "außer Kontrolle" geraten

Wenn der Ausstoß an Treibhausgasen wie Kohlendioxid noch weiter steige, dann könne alles "außer Kontrolle" geraten, zumal der Meeresspiegel wegen der schmelzenden Eisdecke in Grönland und in der Antarktis steigen werde, erklärten die Forscher. Der Bericht bestätigt die bisherigen Berechnungen zur Klimaentwicklung mit Hilfe von Superrechnern. Da das Klimasystem der Erde mit deutlicher Verzögerung reagiere, dürfe der Anstieg der Treibhausgase nicht erst gestoppt werden, wenn gefährliche Folgen unausweichlich seien, warnen die US-Klimatologen.

"Es gibt keinen Zweifel mehr, dass die vom Menschen verursachten Gase die wesentliche Ursache für die beobachtete Erwärmung sind", erklärte Hansen. "Das Energie-Ungleichgewicht ist der Beweis, nach dem wir gesucht haben." Neben Hansen waren noch 14 weitere Experten der Nasa, der Columbia Universität und des US-Energieministeriums an den Forschungen beteiligt.

Großes Messnetz lieferte seit fünf Jahren Daten

Der deutsche Klimatologe Klaus Hasselmann lobte die Arbeit seiner Kollegen, vor allem wegen der Aussagen zur Energiebilanz. Das seien sehr "wertvolle Hinweise" auf den vom Menschen verursachten Klimawandel.

Die Forscher setzten bei ihren Messungen mehr als 1.800 Meeressonden ein, die seit dem Jahr 2000 über die ganze Welt verteilt wurden. Unterstützt wurden die Messungen von Satelliten, die den Anstieg des Meeresspiegels erfassten. Die Daten benutzten die Wissenschaftler, um den Wärmegehalt des Meeres und die Energiebilanz zwischen Erde und Weltraum zu berechnen. Pro Quadratmeter Erdoberfläche nimmt die Erde demnach fast ein Watt mehr an Energie von der Sonne auf, als sie wieder in den Weltraum abstrahlt. Die aufgenommene Energie heizt allmählich die Atmosphäre auf. Festgehalten wird die Energie von den Treibhausgasen wie Kohlendioxid und Methan.

AP