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UN-Konferenz: Kampf gegen Biopiraterie und Artensterben

Vertreter aus fast 200 Ländern beraten auf der UN-Artenschutzkonferenz im japanischen Nagoya über Maßnahmen gegen Biopiraterie. Kommt hier kein Abkommen zustande, könnte dies auch fatale Folgen für den Artenschutz haben.

Sie ist 300 Mal süßer als Zucker, schützt die Zähne vor Karies, und gleichzeitig ist sie eine echte Alternative für Diabetiker. Die Stevia, auch Honigkraut genannt, ist eine unscheinbare Pflanze mit weißen Blüten. Sie stammt aus dem peruanisch-brasilianischen Grenzgebiet und wird seit Jahrhunderten von der einheimischen Bevölkerung als Süßungsmittel genutzt. Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde rechnet nicht vor 2011 mit einer Einführung von Stevia auf dem deutschen Markt. In vielen Ländern, darunter Japan und die USA, darf die Pflanze aber bereits als Süßstoff für Lebensmittel und Getränke vertrieben werden.

Geld für ihr Wissen um Anbau und Wirkstoffe von Stevia haben die Indios nie erhalten. "Biopiraterie" nennt Günter Mitlacher von der Umweltstiftung WWF solche kostenlose Nutzung, gegen die bisher kein Kraut gewachsen schien. Als "Diebstahl von Wissen" bezeichnet die Umweltschutzorganisation Greenpeace dieses Vorgehen von Konzernen der vornehmlich westlichen Länder, die genetische oder biologische Ressourcen nutzen und sich patentieren lassen. Problematisch daran ist, dass dies ohne Zustimmung und Entlohnung des Herkunftslandes oder der lokalen Gemeinschaften und indigenen Völker geschieht, welche die Ressourcen bisher züchteten und verwendeten. Die Folgen für die Ursprungsländer seien laut Greenpeace verheerend, wirkten sich die weitgefassten Patente doch erheblich auf den Zugang zu Nahrungsmitteln, die medizinische Versorgung, Forschung, Entwicklung und den Erhalt der Artenvielfalt aus.

ABS-Protokoll als Waffe gegen Biopiraterie

Der Biopiraterie soll nun auf der zwölftägigen UN-Konferenz im japanischen Nagoya ein Riegel vorgeschoben werden. Neben der Strategie für den internationalen Artenschutz beraten die Vertreter der Mitgliedsländer dort auch über das rechtsverbindliche ABS-Protokoll (Access and Benefit-Sharing). Dieses soll künftig regeln, wie Gewinne aus biologischen Rohstoffen gerecht verteilt werden können. Das gilt für die Stevia-Pflanze ebenso wie für therapeutische Substanzen etwa aus der Teufelskralle. Bislang sind sich die 194 Vertragsstaaten jedoch nicht einig.

So steht beispielsweise noch nicht fest, ob das Protokoll rückwirkend, sofort oder zukünftig in Kraft treten soll. Unklar ist auch, was mit biologischen Ressourcen passiert, die sich in staatenfreien Zonen befinden, etwa im Ozean. Für viele Entwicklungsländer ist das Anti-Biopiraterieabkommen der wohl wichtigste Verhandlungspunkt in Nagoya. "Wenn es nicht zu diesem Deal kommt, besteht die Gefahr, dass die Entwicklungsländer die Artenschutz-Strategie nicht unterschreiben", befürchtet Konstantin Kreiser vom Naturschutzbund Deutschland (NABU). Für ihn wäre die ABS-Vereinbarung ein "Quantensprung im internationalen Naturschutz".

Wird das Protokoll nicht verabschiedet, sei dies nicht nur aus deutscher Sicht bedauerlich. "Es würde auch den Prozess der gesamten internationalen Biodiversitätskonferenz belasten", bestätigt auch Jochen Flasbarth, aktueller Präsident der UN-Konvention und Präsident des Umweltbundesamtes. Er sieht in der Entwicklung des ABS-Protokolls deutsche Meriten. Seit den Verhandlungen in Bonn 2008 hat Deutschland den Vorsitz der Konvention inne und wird diesen zu Beginn der Konferenz an Japan weitergeben.

Umweltverbände fordern Artenschutzmaßnahmen

Ein zweiter wichtiger Konferenzpunkt ist der internationale Artenschutz. "In Nagoya werden Weichen für den zukünftigen Umgang mit unseren Lebensgrundlagen gestellt", ist die Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz, Beate Jessel, überzeugt. Auch die Umweltverbände betonen die Dringlichkeit der Konferenz für den Naturschutz, ist doch die internationale Gemeinschaft mit ihrem Milleniumsziel gescheitert, das weltweite Artensterben bis 2010 maßgeblich zu verringern: Nach Angaben der Internationalen Union für die Erhaltung der Natur (IUCN) sind knapp ein Viertel der Säugetiere, ein Drittel der Amphibien und mehr als jede achte Vogelart vom Aussterben bedroht. Auch mehr als jede fünfte Pflanzenart steht demnach vor der Ausrottung.

Besonders die Industrieländer seien jetzt in der Pflicht, meint der Präsident des Umweltbundesamts, Jochen Flasbarth. Das wird beim Thema "schädliche Subventionen" klar, welches ebenfalls in Nagoya verhandelt werden soll. So floss bisher Geld als Entwicklungshilfe etwa in den Aufbau von Garnelen-Farmen in Südostasien. Die Einheimischen rodeten ihre Mangroven-Küstenwälder, die die Küste normalerweise vor Wirbelstürmen schützen und sie legten Aquafarmen an. Nur wenige Jahre später waren die Küsten ökologisch tot.

Schädliche Subventionen umfassen jedoch nicht nur die Gelder, die in die Entwicklungshilfe fließen, sondern auch solche, die eine Entwicklung der ärmeren Staaten unterbinden. Die EU-Subvention des Zuckerexports ist ein Beispiel dafür, weshalb es den Rohrzuckernationen nicht gelingt, faire Preise am Weltmarkt zu erhalten.

te/DPA/AFP / DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.