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Dank Wundermaterial: Neues superfeines Sieb macht Salzwasser trinkbar

Englische Forscher haben einen neuen Weg gefunden, Salzwasser trinkbar zu machen. Basis ist ein besonderer Werkstoff. Bisherige Verfahren sind aufwändig und teuer.

Meerwasser trinkwasser

Der Großteil der Erde ist mit Wasser bedeckt, nur ein minimaler Anteil davon ist trinkbar. Ein neuer Filter soll die schnelle und kostengünstige Entsalzung ermöglichen.

Trinkwasser ist das wichtigste Lebensmittel für den Menschen. Trinkwasser ist aber gleichzeitig vielerorts eine knappe Ressource, vor allem in ärmeren Regionen der Erde. Laut WHO sind über 600 Millionen Menschen weltweit ohne saubere Wasserversorgung. 71 Prozent der Erdoberfläche sind zwar mit Wasser bedeckt, allerdings ist dieses salzig und damit für Menschen ungenießbar. Die Entdeckung einiger britischer Forscher könnte daher buchstäblich die Welt verändern.

Die Wissenschaftler der Universität Manchester haben nun offenbar einen neuen Weg gefunden, aus Salzwasser genießbares Trinkwasser zu gewinnen. Die entsprechende Studie veröffentlichten sie im Wissenschaftsmagazin "Nature". Grundlage des Verfahrens ist ein Sieb, das so fein ist, das es das Salz aus dem Wasser herausfiltert. Die Forscher erzeugen dafür aus dem nur ein Atom dicken Werkstoff Graphen das Derivat Graphenoxid. Eine Membran aus Graphenoxid ist fein genug, um Wasser durchzulassen, Salz aber nicht. 

Graphen gilt in der Physik als "Wundermaterial"

Die möglichen Vorteile des Verfahrens liegen auf der Hand: Bislang war die Entsalzung von Meerwasser nur mit speziellen Anlagen möglich und dadurch ein aufwändiger und teurer Vorgang. Das könnte sich mit der Entwicklung der britischen Forscher ändern. Die Entwicklung ist allerdings noch nicht abgeschlossen.

Graphen, das aus Kohlenstoff besteht, gilt in der Physik als dünnstes Material der Welt und wegen seiner verschiedenen Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten gewissermaßen als "Wunderwerkstoff". Es kommt beispielsweise auch in der Entwicklung von Batterien zum Einsatz. Graphen-Akkus sollen schneller aufladbar sein und weniger Gewicht haben als andere Batterien mit dem gleichen Speicher. Das macht sie vor allem für Elektroautos interessant.

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rös