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Schlange im Garten Giftig oder harmlos: Was Sie über Ringelnattern wissen sollten

Ringelnatter schlängelt sich über begrünten Waldboden
Den meisten Schlangen eilt gemeinhin der Ruf nach, fies und gefährlich zu sein. Auch bei Ringelnattern bekommen es viele mit der Angst zu tun. Dabei kann die heimische Froschjägerin Menschen kein Haar krümmen. 
© B. Trapp / Picture Alliance
Mythen und Halbwahrheiten ranken sich um die Ringelnatter. Wir klären auf, wo man sie in Deutschland am häufigsten antrifft und wie gefährlich das Reptil mit den Halbmonden am Hinterkopf wirklich ist.

Um es vorweg zu nehmen: Ringelnattern sind keine Kuscheltiere – giftig sind die Bisse der heimischen Reptilien deshalb aber noch lange nicht. Auch wenn sich dieses Gerücht hartnäckig hält. Selbst untereinander gilt die vor allem in großen Teilen Europas verbreitete Schlangenart als ausgesprochen friedfertig. Für den Menschen sind Ringelnattern vollkommen ungefährlich. Einige einheimische Amphibien haben da weniger Glück. Sie stehen auf der Speisekarte der wendigen und blitzschnellen Nattern ganz weit oben.

Steckbrief: Blitzschnell und winterhart

Wer in Deutschland beim Spazieren oder Wandern eine Schlange entdeckt, hat es mit großer Wahrscheinlichkeit mit einer Ringelnatter zu tun. Sie ist die mit Abstand häufigste Schlange in Deutschland. Lediglich in den Alpen und auf einigen Nordseeinseln wurden die exzellenten Schwimmer noch nicht gesichtet. Und weil sie die Wasserratten unter den Schlangen sind, lauern sie vom April bis in den September am liebsten an Seen und Teichen, auf Feuchtwiesen oder an langsam fließenden Gewässern. Dort haben Naturfreunde auch die besten Chancen, einen Blick auf den blitzschnellen Bewegungskünstler zu erhaschen. Ausgewachsen bringen es Ringelnattern in Deutschland auf eine Länge von bis zu 120 Zentimetern. Die Wintermonate verbringen sie gern gemeinsam mit mehreren anderen Artgenossen – am Waldrand oder in wohltemperierten Komposthaufen von Schrebergärten.

Woran erkennt man eine Ringelnatter?

  • rotbraune, schiefergraue oder olivfarbene Färbung
  • dunkle Längsstreifen oder Flecken
  • Bauch weißgrau bis gelblich und gefleckt
  • zwei gelblich-weiße Halbmond ähnliche Flecken hinterm Kopf
  • runde Pupillen
  • Männchen bis zu 100 cm, Weibchen bis 130 cm lang

Ringelnatter im Garten: Wie gefährlich ist ein Biss?

Keine einheimische Schlange ist so anpassungsfähig wie die Ringelnatter. Fühlt sie sich in einem neu erkundeten Revier wohl, macht es sich die Wassernatter dort dauerhaft gemütlich. Gärten mit einem kleinen Teich und Komposthaufen gehören zu ihren beliebtesten Immobilien. Dort finden sie nicht nur ausreichend Nahrung, sondern auch ein gemütliches Nachtlager. In der Regel klappt das Zusammenleben von Ringelnattern und Gartenfreunden. Die Schlange setzt ihre messerscharfen Zähne nur ein, wenn sie sich bedroht fühlt. Das Gift, das sie dabei absondert, ist für Menschen ungefährlich. Schmerzhaft sind die Bisse aber allemal.

Vorsicht: Ringelnattern sind auch gute Schauspieler. Wenn sie sich tot stellen, erschlafft ihr Körper, sie drehen den Bauch nach oben und lassen die Zunge aus dem Maul hängen.

Seltener Besuch: So werden Sie eine Ringelnatter los

Gartenbesitzer, die eine Ringelnatter an ihrem Teich oder im Kompost entdecken, sollten sich über den seltenen Besuch freuen und Ruhe bewahren. Die Reptilien stehen unter Naturschutz und dürfen weder gefangen, noch gestört werden. Wer keine Lust auf eine Schlange im Garten hat und die Frösche und Fische im Teich schützen möchte, muss der Ringelnatter den Weg zu ihrem Spiel- und Schlafplatz versperren. Die Zäune um den Gartenteich und den Kompost sollten möglichst feinmaschig sein, sonst schlüpft die Ringelnatter hindurch. Scheitert die Schlange, wird sie sich schnell freiwillig ein neuen Jagdrevier suchen.

Quellen:NABU Deutschland; "gartenteich-ratgeber.de"


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