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Mumifizierung und Mumifikation Sie überdauern Jahrtausende: So wird eine Leiche zur Mumie

Sehen Sie im Video: Einbalsamierte Leichen: Das ist der Unterschied zwischen Mumifizierung und Mumifikation












Eine faszinierende Forschung: Immer wieder finden Archäologen bei Ausgrabungen Mumien. 


Die konservierten Leichen geben oft bemerkenswerte Hinweise auf das Leben vor Tausenden Jahren. 


Doch wie entsteht eigentlich eine Mumie und was ist der Unterschied zwischen Mumifizierung und Mumifikation? 


Mumien sind Leichen, die durch natürliche Umstände oder künstliche Verfahren vor Verwesung geschützt werden.  


Wenn ein ganzer Körper mumifiziert wurde, spricht man also von einer Mumie. 


Der Begriff Mumie stammt von dem arabischen Wort „mumiya“ und dem persischen Begriff „mum“ ab und bedeutet übersetzt „Wachs“. 


Wenn eine Leiche nicht den Prozess der Mumifizierung durchläuft, verwest sie schnell. 


Der Grund: Der menschliche Körper besteht zu 70 Prozent aus Wasser, in dem sich nach dem Tod Bakterien ausbreiten. 


Drei Monate lang fäult der Körper ab dem Zeitpunkt des Todes.


Die Bakterien bilden Ammoniakgas und Schwefelwasserstoff. 


Dann startet der Verwesungsprozess: Organe, Haut und Fleisch werden von Bakterien und Pilzen zersetzt.  


Schon nach etwa vier Jahren ist meist nur noch das Knochen-Skelett übrig.  


Die Zersetzung der Knochen dauert in Deutschland schätzungsweise 20 bis 25 Jahre. 


Einen großen Einfluss auf die Dauer hat dabei der Säuregrad des Bodens.  


Dieser Prozess wird durch Mumifizierung oder Mumifikation verhindert.  


Wenn eine Mumie nicht aufgrund von menschlichem Eingreifen entsteht, sondern durch einen natürlich ablaufenden Prozess, wird von einer Mumifikation gesprochen. 


Der Unterschied zwischen Mumifizierung und Mumifikation ist also das künstliche Eingreifen des Menschen.  


Dem ägyptischen Glauben nach findet die Seele eines toten Menschen nur seine Ruhe, wenn der Körper vor dem Verfall geschützt wird. 


So soll die Seele im Jenseits weiterleben können.  


Aus diesem Grund begannen die Ägypter etwa 2700 Jahre vor Christus damit sterbliche Überreste durch eine Mumifizierung ewig haltbar zu machen. 


Dafür entnahmen sie dem Verstorbenen die Organe, wuschen den toten Körper und trockneten ihn mit Salz. 


Anschließend wurde der Leichnam in Leinentücher eingewickelt und mit Harz bestrichen. 


Bei einer natürlichen Mumifikation sorgt die Natur für die Konservierung der Leichen. 


Extreme Klimazonen wie Wüsten oder ewiges Eis sind ideale Bedingungen dafür. 


Auch in Deutschland werden immer wieder Moorleichen entdeckt, die jahrtausendelang im Moor lagen. 


Eine bekannte natürliche Mumie ist „Ötzi“, der 1991 im Gletschereis in den Alpen gefunden wurde. 


Der Mann starb vor über 5000 Jahren in einer eisigen Höhle. 


Erst die Klimaerwärmung legte die gefriergetrocknete Mumie wieder frei.  































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Immer wieder finden Archäologen bei Ausgrabungen Mumien. Die konservierten Leichen geben oft bemerkenswerte Hinweise auf das Leben vor Tausenden Jahren. Doch wie entsteht eigentlich eine Mumie und was ist der Unterschied zwischen Mumifizierung und Mumifikation? 

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