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Zufalls-Entdeckung Gärtner findet Spuren fehlender Stonehenge-Steine


War Stonehenge einst ein ganzer Kreis? Ausgerechnet ein Gärtner hat Spuren der fehlenden Steine entdeckt: Weil sein Schlauch zu kurz war, trocknete das Gras genau dort aus, wo der Ring eine Lücke hat.

War Stonehenge einst ein ganzer Kreis? Darüber zerbrechen sich Wissenschaftler schon ewig den Kopf. Die Antwort entdeckte ausgerechnet ein Gärtner - und zwar nicht mit modernsten Forschungsmethoden, sondern per Zufall: Der Wasserschlauch, mit dem er den Rasen um das Bauwerk aus der Jungsteinzeit wässern sollte, war zu kurz. Einige Teile des Rasens konnte er daher nicht gießen. Genau an den Bereich, wo der Steinkreis eine Lücke hat, kam der Arbeiter mit dem Wasser nicht heran - die Folge: Das Gras trocknete aus. Besonders braun wurden die Stellen, wo die fehlenden Steine früher gewesen sein müssten, wenn Stonehenge einst ein vollständiger Ring war.

"Als ich die Stellen sah, musste ich daran denken, dass Archäologen genau dort bereits erfolglos nach Spuren von Steinabdrücken gesucht hatten", sagt der Gärtner Tim Daw der britischen Zeitung "Guardian". "Ich rief meinen Kollegen rüber und uns wurde beiden klar, welche Bedeutung der Fund haben könnte. Also informierten wir Experten."

Der Fund ereignete sich bereits letzten Sommer. Doch um zu validen Schlussfolgerungen zu gelangen, mussten die Archäologen die Stellen erst gründlich untersuchen: Mithilfe von Luftaufnahmen erfassten sie zunächst die genauen Positionen. Dann überprüften sie, ob sie zusammen mit den vorhandenen Felsen einen kompletten Ring bilden würden - und tatsächlich: Einige der Male markierten genau die fehlenden Puzzlestückchen im sonst nahezu perfekten Steinkreis, berichten Simon Banton und seine Mitarbeiter im Magazin Antiquity.

Stonehenge bleibt ein Mysterium

Weitere braune Flecken fand das Team auch an Stellen, wo Forscher bereits vor rund hundert Jahren Hinweise auf ehemalige Steinlöcher fanden. Das stütze die Vermutung, dass es sich bei den Flecken wirklich um Spuren fehlender Steine handele, so die Forscher. Aus geologischer Sicht wäre das jedenfalls theoretisch möglich: Wenn Boden über längere Zeit von schweren Gewichten zusammengedrückt wird, kann er weniger Flüssigkeit speichern als die lockerere Erde drum herum.

Hundertprozentig sicher sind sich die Experten dennoch nicht. "Die Existenz eines Steinloches beweist noch nicht, dass jemals ein Stein darin gestanden hat", schreiben sie. Auch andere Fragen um das mysteriöse Bauwerk seien noch immer nicht geklärt: Angenommen,der Kreis war einst komplett - wo sind die Steine hin? Wie haben die Menschen sie ohne moderne Grätschaften und Fahrzeuge fortgeschafft? Die Historikerin Susan Greaney von English Heritage, einer Einrichtung des britischen Kulturministeriums sagte zum Nachrichtensender BBC: "Die Entdeckung ist wirklich bedeutsam. Sie zeigt, wie viel wir noch über Stonehenge lernen müssen."

Weitere Fotos der Funde zeigt Stonehenge-Experte Mark Pitts in seinem Blog "Digging Deeper".


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