Das streng abgeschirmte Indian Creek Village in der Biscayne Bay vor Miami Beach gilt als "Milliardärs-Insel" – auch "Billionaire Bunker" genannt. Die nur rund 300 Hektar große, künstlich angelegte Insel ist eines der exklusivsten Wohngebiete der Welt. Zu den wenigen Bewohnern zählen absolute Spitzenverdiener und Prominente wie der ehemalige Football-Star Tom Brady, DJ David Guetta, Ivanka Trump und Jared Kushner sowie Amazon-Gründer Jeff Bezos, der gleich drei Immobilien besitzt. Unlängst kaufte sich auch Meta-Chef Mark Zuckerberg ein – für 170 Millionen US-Dollar.
Die Insel in Florida verfügt über eine eigene Verwaltung und eine eigene Polizeieinheit, die rund um die Uhr sowohl zu Land als auch zu Wasser patrouilliert. Noch verlockender als Sonne, Wasser und die Nähe zu US-Präsident Donald Trump aber sind wohl die steuerlichen Anreize für "Ultra-Wohlhabende" – vor allem aus Kalifornien, wo eine "Billionaire Tax" geplant ist, eine einmalige Vermögenssteuer in Höhe von 5 Prozent für Vermögen über einer Milliarde Dollar. Der mächtige Investor Peter Thiel siedelte deshalb mit seinen Unternehmen zu Jahresbeginn um.
Auf der Insel versammle sich ein Nettovermögen, das größer ist als das Bruttoinlandsprodukt von Österreich, führte Markus Lanz vor Kurzem in seinem Podcast "Lanz + Precht" aus – und machte klar, was er von dieser Ansammlung von Reichtum hält: "Da wird dir schlecht. Nicht, weil man den Leuten ihren Reichtum nicht gönnt, sondern weil du verstehst, wie sehr sich Geld und Einflussmöglichkeiten in den Händen ganz, ganz weniger konzentriert." Mehr noch werde einem bewusst, dass das ganze Politikspektakel in den USA wohl nur darauf abziele, dass eine Frage nicht gestellt werde, so Lanz: "Warum zum Teufel zahlt ihr eigentlich nicht angemessen Steuern?"