VG-Wort Pixel

Zyklon "Pam" auf Vanuatu 80 Inseln sind weiter von der Außenwelt abgeschnitten


Im Pazifikstaat Vanuatu ist die Nothilfe nach dem verheerenden Zyklon "Pam" angelaufen. Doch dutzende Inseln der Pazifikstaats sind nach wie vor isoliert, der Präsident wähnt sein Land am Ende.

Mit voller Wucht ist Zyklon "Pam" auf den Pazifikstaat Vanuatu getroffen und hat eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Doch das ganze Ausmaß der Zerstörung ist nach wie vor unklar. Viele der 80 Inseln Vanuatus sind noch immer von der Außenwelt abgeschnitten, zu ihnen besteht kein Kontakt. Oftmals sind sie nur in ein oder zwei Tagesreisen per Boot zu erreichen. Helfer befürchten das schlimmste.

"Diese Inseln sind teilweise sehr flach, sie hatten nur schlecht gebaute Hütten und keine Evakuierungszentren", sagte die Vorsitzende der Hilfsorganisation Oxfam Australien der Nachrichtenagentur AAP. "Unsere Kollegen befürchten jede Menge Opfer." Dem Präsidenten des Landes, Baldwin Lonsdale, zufolge gibt es allein in der Hauptstadt Port Vila sechs bestätigte Todesopfer, 30 Menschen seien verletzt worden.

Hilfe von den Nachbarstaaten

Derweil läuft die Nothilfe für den verwüsteten Inselstaat auf Hochtouren. Mehrere Frachtmaschinen aus Australien und Neuseeland landeten am Montag auf dem beschädigten Flughafen von Port Vila mit Trinkwasser, Plastikplanen und Nahrung. Einige Geschäfte seien bereits wieder geöffnet, berichtete der deutsche Honorarkonsul Jörg Michael Schwartze. Vereinzelt hätten Stadtteile wieder Trinkwasser aus der Leitung. Strom gab es nicht.

"Pam" war in der Nacht zu Samstag über den Staat nordöstlich von Australien gefegt. Er war einer der gewaltigsten Zyklone, die es in der Region bisher gegeben hat. Schätzungen zufolge wurden 90 Prozent der Häuser in der Hauptstadt mit 44.000 Einwohnern beschädigt, bis zu 20 Prozent zerstört. "Unsere Hoffnung auf eine blühende Zukunft ist zerstört", hatte Präsident Lonsdale gesagt.

Der Zyklon erreichte am Montag Neuseeland. 100 Bewohner von East Cape wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht. Der Wetterdienst warnte vor Sturmfluten. Schäden wurden aber zunächst nicht gemeldet.

Klimawandel schuld?

Nach Einschätzung des Präsidenten von Vanuatu ist der Klimawandel für die verheerenden Zerstörungen auf dem Inselstaat durch den Zyklon "Pam" mit verantwortlich. "Der Meeresspiegel steigt, das Wetter ändert sich", sagte er dem australischen Sender ABC. "In diesem Jahr hatten wir mehr Regen, die schweren Niederschläge der vergangenen Wochen waren weit mehr als das, was wir früher erlebt haben."

Klima-Experten warnen seit Jahren, dass die Treibhausgase in der Atmosphäre regional zu intensiveren Stürmen führen könnten.

Lonsdale zufolge hat Zyklon "Pam" jahrelange Entwicklungsfortschritte zerstört. "Wir müssen wieder von vorn anfangen", sagte er. Seine Heimat sei ein Paradies auf Erden. "Ich hoffe, dass Vanuatu sich erholt, dass die Menschen zusammen halten und das Paradies neu aufbauen."

kis/DPA/AFP DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker