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Analyse über Zweiten Weltkrieg: "Fire and Fury"-Namensvetter: Buch wird durch Verwechslung zum Verkaufsschlager

Die Weltkriegsanalyse des Historikers Randall Hansen erschien bereits 2009 - und stürmt nun die Bestseller-Charts. Der Grund für den unverhofften Erfolg sind offenbar zahlreiche Fehlgriffe: Das Buch hat einen berühmten Namensvetter.

"Fire and Fury"-Namensvetter: Ein Fehlgriff wird zum Verkaufsschlager

Ein Titel, zwei Geschichten: "Fire and Fury" des Historikers Randall Hansen (l.) ist eine Weltkriegsanalyse - und kein Trump-Enthüllungsbuch

"Schulde ich Bannon & Trump nun Tantiemen?", fragt Randall Hansen ironisch auf Twitter. Der amerikanische Historiker und Buchautor feiert "unglaubliche Verkäufe" und einen Bestseller - mit einem Buch, das bereits 2009 erschienen ist. Der Titel: "Fire and Fury", so wie das aufsehenerregende Enthüllungsbuch um US-Präsident Donald Trump.

"Fire and Fury" im Zweiten Weltkrieg

Vergangenen Freitag erschien mit "Fire and Fury: Inside the Trump White House" von US-Journalist Michael Wolff ein intimer (und umstrittener) Bericht über die Trump-Präsidentschaft, der bereits vor Veröffentlichung zahlreiche Bestseller-Listen anführte. Die begehrte Veröffentlichung hat nun scheinbar zu zahlreichen Fehlgriffen geführt, handelt die Weltkriegsanalyse "Fire and Fury: The Allied Bombing of Germany, 1942-1945" von Randall doch von den Auswirkungen der britischen und amerikanischen Luftangriffe auf die deutsche Zivilbevölkerung. 

"Ich war in Washington, als Michael Wolffs Buch herauskam. Ich bin jedes Mal zusammengezuckt, wenn jemand 'Fire and Fury' sagte", so der Historiker zum "Handelsblatt". Sein Buch sei auf drei Amazon-Bestsellerlisten nach oben geschossen, exakte Verkaufszahlen könne er aber erst mit Eintreffen seiner Tantiemenübersicht nennen. Zu einer Einschätzung seines unverhofften Erfolges lässt sich Randall aber schon jetzt hinreißen: "Ich hätte wirklich niemals gedacht, dass ich Donald Trump mal einen Gefallen schulde", sagte er der Zeitung.

"Die größte Gefahr sehe ich bei Trump-Anhängern"

"Einige Leute haben aber sicherlich schlichtweg das falsche Buch gekauft", räumt der Buchautor ein - auch wenn er hoffe, dass die Mehrheit das Buch aus Interesse gekauft hat. "Die größte Gefahr sehe ich bei Trump-Anhängern, die Wolffs Buch am liebsten zerreißen würden und dann fälschlicherweise mich und mein Buch angreifen.", fürchtet Randall im "Handelsblatt". 

Sollten Trump und sein ehemaliger Chefstratege Steve Bannon, der die saftigsten Zitate für Wolffs Enthüllungsbuch geliefert hat, tatsächlich Tantiemen verlangen, würde sich Randall "ehrlich gesagt darüber freuen". Einerseits, weil die Verkäufe damit noch weiter steigen würden. Andererseits, weil es "mir eine gewisse Genugtuung verschaffen würde, Herrn Trump und Herrn Bannon einmal ins Gesicht zu sagen, dass sie zur Hölle fahren können."






fs