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Nazi-Kriegsverbrecher: Israel veröffentlicht Gnadengesuch von Adolf Eichmann

Anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktages hat Israel ein bislang geheim gehaltenes Gnadengesuch von Nazi-Verbrecher Adolf Eichmann veröffentlicht. Die Schuld wies er darin von sich - er habe als Instrument gedient, schrieb Eichmann.

Adolf Eichmann war Obersturmbannführer im Dritten Reich

Adolf Eichmann war Obersturmbannführer im Dritten Reich

Mehr als ein halbes Jahrhundert nach der Hinrichtung von Adolf Eichmann hat Israel das Gnadengesuch des deutschen NS-Verbrechers veröffentlicht. Zum internationalen Holocaust-Gedenktag wird das in Schönschrift verfasste Dokument im Amtssitz des israelischen Präsidenten Reuven Rivlin vorgestellt.

Bei einer Gedenkveranstaltung 55 Jahre nach dem aufsehenerregenden Prozess gegen Eichmann sollten auch die Tochter des israelischen Chefanklägers Gideon Hausner und Rafael Eitan zugegen sein. Letzterer war als Agent des israelischen Geheimdienstes Mossad an der Entführung Eichmanns aus Argentinien beteiligt. Israels damaliger Präsident Izchak Ben Zvi hatte das Gnadengesuch abgelehnt, Eichmann wurde 1962 hingerichtet.

Der einstige SS-Obersturmbannführer Eichmann hatte im Reichssicherheitshauptamt die Deportation der Juden in die Vernichtungslager organisiert. Er wurde 1960 von israelischen Agenten in Argentinien aufgespürt und nach Israel entführt. Dort wurde er zum Tode verurteilt. 

Adolf Eichmann sah sich als "Instrument"

In seinem Gnadengesuch an den seinerzeitigen Staatschef Jizchak Ben-Zvi schrieb Eichmann, er sei kein "verantwortlicher Führer" gewesen, habe unter Zwang als "Instrument" gedient und fühle sich nicht schuldig. Er bat Ben-Zvi in dem Schreiben vom 29. Mai 1962, "anzuordnen, dass das Todesurteil nicht vollstreckt wird". Zwei Tage später wurde Eichmann mit dem Strang hingerichtet.

    

kis / DPA