Afghanistan Isaf-Chef fordert mehr Einsätze der Bundeswehr

Rund zwei Wochen vor der Präsidentenwahl spitzt sich die Lage in Afghanistan zu: Bei einem schweren Anschlag in Herat sind mindestens zwölf Menschen getötet und 20 weitere verletzt worden. Derweil fordert der Chef der internationalen Schutztruppe vor Ort, dass die Bundeswehr häufiger gegen die radikal-islamischen Taliban ausrückt.

Der Chef der internationalen Schutztruppe in Afghanistan, General Stanley McChrystal, verlangt von der Bundeswehr mehr Einsätze gegen die radikal-islamischen Taliban. Er sei besorgt über die Lage im Raum Kunduz, sagte er "Spiegel Online". Das Einsatzgebiet der Bundeswehr in Nordafghanistan habe mittlerweile die "volle Aufmerksamkeit" der internationalen Truppe. Die Taliban wollten im Norden eine Enklave aufbauen und würden dabei aus dem Süden unterstützt.

Die Bundeswehr hatte vor zwei Wochen gemeinsam mit afghanischen Sicherheitskräften eine Großoffensive in der Region begonnen, um die Taliban zurückzudrängen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums waren dabei rund 300 deutsche Soldaten im Einsatz.

Nichtsdestotrotz kommt das Land vor der Präsidentenwahl am 20. August nicht zur Ruhe. Bei einem schweren Bombenanschlag während des morgendlichen Berufsverkehrs sind am Montag in der westafghanischen Stadt Herat mindestens zwölf Menschen getötet und 20 weitere verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher. Unter den Verwundeten sei der Polizeichef des Distrikts Andschil. Der Sprengsatz sei im Stadtzentrum ferngezündet worden, als der Polizeichef mit seinem Konvoi vorbeifuhr. Unter den Toten und unter den Verletzten seien jeweils zwei Polizisten. Der Rest der Opfer seien Zivilisten. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International fordert die Bundeswehr unterdessen auf, auch bei Auslandseinsätzen strikt das Grundgesetz einzuhalten. In Afghanistan sei nicht gesichert, dass die von deutschen Soldaten Festgenommenen in den einheimischen Gefängnissen nicht gefoltert würden, sagte die neue Generalsekretärin der Organisation in Deutschland, Monika Lüke, der "Berliner Zeitung". Solange diese Gefahr bestehe, sei es unzulässig, dass die Bundeswehr die Festgenommenen der afghanischen Polizei oder Justiz übergebe.

Reuters/DPA DPA Reuters

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