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Afghanistan: Offenbar ermordeten Taliban Deutschen

Der in Afghanistan entführte und ermordete deutsche Entwicklungshelfer ist wohl Opfer der Taliban geworden. Die Verdächtigen wurden einem Medienbericht zufolge in Religionsschulen zum Kampf ausgebildet und gezielt auf Entwicklungshelfer angesetzt.

Die Verdächtigen im Fall eines ermordeten deutschen Entwicklungshelfers in Afghanistan gehören nach Einschätzung der Behörden vor Ort den Taliban an. "Diese Männer haben seit Monaten Anschläge verübt, zwei Mal auch auf mich persönlich", sagte der Gouverneur der Provinz Sar-i-Pul, Said Ekbal Munib, Spiegel Online. Die Taliban-Gruppe habe auch Verbindungen zur Extremistenorganisation Al-Kaida unterhalten. Ihr Ziel sei es gewesen, die Region zu destabilisieren.

In Religionsschulen für den Kampf ausgebildet

Die 13 Männer zwischen 21 und 52 Jahren seien in den vergangenen Tagen festgenommen worden, berichtete das Magazin weiter unter Berufung auf den Gouverneur. Die Polizei habe bei ihnen Gewehre, Sprengstoff und selbst gebaute Bomben gefunden. Nach Erkenntnissen Munibs wurden die Männer in pakistanischen Religionsschulen für den Kampf ausgebildet. In den Norden Afghanistans seien sie mit dem Auftrag geschickt worden, Anschläge auf westliche Entwicklungshelfer zu verüben. Nach "intensiven Verhören" hätten die Verdächtigen ein umfassendes Geständnis abgelegt und den Mord an dem Deutschen detailliert geschildert.

Der deutsche Mitarbeiter der Welthungerhilfe war Anfang März in Sar-i-Pul überfallen und erschossen worden. Außenminister Frank-Walter Steinmeier hatte die Tat als hinterhältigen Mord verurteilt und angekündigt, die Bundesregierung werde alles tun, um die Hintergründe aufzuklären und die Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Seit Juli halten Rebellen zudem einen deutschen Ingenieur in ihrer Gewalt, der gemeinsam mit einem Kollegen südlich von Kabul entführt worden war. Der Kollege wurde von den Entführern wenige Tage nach der Geiselnahme getötet.

Reuters / Reuters
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