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Frank-Walter Steinmeier: Mehr Bundeswehr nach Afghanistan

Nach Bundeskanzlerin Angela Merkel und SPD-Chef Kurt Beck liebäugelt nun auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier mit der Ausweitung des Afghanistan-Einsatzes. "Wenn wir jetzt aufgeben, haben die Taliban ihr Ziel erreicht", sagte er.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat sich trotz der angespannten Sicherheitslage in Afghanistan für eine Ausweitung des deutschen Einsatzes am Hindukusch ausgesprochen. Er sei dafür, die Hilfe bei Ausbildung und Ausrüstung der afghanischen Armee auszuweiten, sagte Steinmeier der "Bild". Erst wenn die Afghanen selbst die Sicherheit im Land garantieren könnten, sei die Aufgabe der Bundeswehr dort erledigt.

Er plädierte eindringlich für eine Verlängerung des entsprechenden Mandats. "Wenn wir jetzt aufgeben, dann haben die Taliban ihr Ziel erreicht." Zuvor hatten schon Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und auch SPD-Chef Kurt Beck die Entsendung weiterer Bundeswehr-Soldaten nach Afghanistan nicht ausgeschlossen.

"Unser Ziel ist, dort die Zivilgesellschaft und die Regierung zu stabilisieren und afghanische Sicherheitskräfte - Polizei wie Militär - intensiver auszubilden, um sie in die Lage zu versetzen, mittelfristig selbst für Sicherheit zu sorgen", sagte Beck. "Daher werden wir auch die Frage diskutieren, ob wir mehr Soldaten und Polizisten entsenden müssen." Mit Blick auf die Entsendung von bisher bis zu 60 deutschen Polizisten hatte Merkel bereits angekündigt, mit Experten darüber zu beraten, ob eine Verstärkung nötig ist.

In Afghanistan befindet sich seit fast drei Wochen ein deutscher Ingenieur in der Gewalt von Geiselnehmern. Er wurde gemeinsam mit einem Kollegen verschleppt, der von den Extremisten nach einem Kreislaufkollaps erschossen wurde. Das Auswärtige Amt erklärte am Wochenende, weiter intensiv an einer baldigen Freilassung des 62-Jährigen zu arbeiten.

DPA / DPA