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AFGHANISTAN: Osama Bin Laden womöglich tot

Nach einem Zeitungsbericht soll Bin Laden angeblich Mitte Dezember an einer unbehandelten Lungenentzündung in seinem Höhlenversteck gestorben sein.

Der von den USA mit aller Kraft gesuchte Terroristenchef Osama bin Laden soll nach einem pakistanischen Zeitungsbericht tot sein und sein Grab nicht mehr existieren. »Sie werden ihr Lieblingsziel, Osama tot oder lebendig zu kriegen, niemals erreichen«, zitierte der »Observer« dienstags einen Talibanführer, der nach eigener Darstellung bei der Beisetzung Bin Ladens zugegen war.

Grab angeblich eingeebnet

Bin Laden sei Mitte Dezember in der Nähe der Bergfestung Tora Bora eines »natürlichen Todes« gestorben, weil seine Lungenerkrankung nicht behandelt werden konnte, sagte der angebliche Augenzeuge, der nicht genannt werden wollte. Er sei im Beisein von rund 30 engen El-Kaida- und Taliban-Freunden mit militärischen Ehren beigesetzt und das Grab in Übereinstimmung mit Bin Ladens wahhabitischem Glauben eingeebnet worden. »Wie andere Plätze in (dem heftig bombardierten) Tora Bora auch, dürfte sein Grab heute verschwunden sein«, sagte der Mann.

Starb »ohne Zeiche von Reue«

»Osama sah blass und schwach aus, war aber ruhig, entspannt und zuversichtlich«, beschrieb der Mann die letzten Stunden des meist gesuchten Terroristen. Die Frage, ob Bin Laden ein Zeichen von Reue habe erkennen lassen, verneinte er. Im Gegenteil sei er überzeugt gewesen, die Muslime für »die hegemonistischen Absichten und Verschwörungen der Ungläubigen gegen den Islam« sensibilisiert zu haben.

USA nehmen Bombardements wieder auf

Die US-Luftwaffe nach einer Pause von mehreren Tagen wieder Ziele in Afghanistan bombardiert. Ziel der B-52-Bomber waren Höhlen und Waffenlager der El-Kaida-Organisation nördlich von Kandahar. In US-Militärkreisen hieß es, dass sich US-Soldaten auf einen weiteren Vorstoß in die Höhlen und Tunnelsystem von Tora Bora im Osten des Landes vorbereiten, wo Bin Laden zuletzt vermutet wurde. Es sei gut möglich, dass dieser schon tot sei, kommentierte ein US-Militärsprecher die kursierenden Gerüchte von einem »natürlichen« Tod Bin Ladens. Er meinte aber auch: »Die Jagd geht weiter.«

Geheimdienst-Chef der Taliban gefangen

In einem Krankenhaus in Kandahar brach Augenzeugen zufolge eine Schießerei zwischen acht verletzten El-Kaida-Mitglieder und von den USA unterstützten afghanischen Truppen aus. Diese hatten versucht, die mit Granaten bewaffneten El-Kaida-Kämpfer aus dem Gebäude zu vertreiben. Kandahar war die Hochburg der Taliban. Außerdem sollen US-Streitkräfte den stellvertretenden Geheimdienstminister der Taliban, Abdul Hak Waseek, gefangen genommen haben. Hubschrauber seien in der Ghasni-Provinz gelandet, Soldaten hätten das Haus Waseeks umzingelt und ihn gefangen genommen.