Afghanistan Parteifreunde warnen Obama vor Truppenaufstockung


In den USA wird derzeit viel spekuliert, wieviel zusätzliche Soldaten Präsident Barack Obama nach Afghanistan entsenden wird. Geht es nach einigen seiner Parteifreunde, wird der Friedensnobelpreisträger keinen einzigen weiteren Mann an den Hindukusch schicken.

US-Präsident Barack Obama ist von mehreren Abgeordneten seiner Demokratischen Partei aufgefordert worden, die geplante Aufstockung der US-Truppen in Afghanistan zu überdenken. Sie hätten Zweifel an der Entsendung zusätzlicher Truppen und an zusätzlichen Ausgaben, "solange die Zielsetzung des Einsatzes unklar" sei, heißt es in einem am Dienstag (Ortszeit) veröffentlichten Schreiben von fünf Kongress-Abgeordneten. Methoden zur Bewertung des Afghanistan-Einsatzes seien "mangelhaft oder nicht vorhanden", heißt es in dem Papier. Der Einsatz müsse umfassend überdacht und vollkommen neu definiert werden, fordern die fünf Abgeordneten um Mike Honda aus dem Bundesstaat Kalifornien. Es müsse darum gehen, eine "mutige Strategie der Versöhnung" auszuarbeiten.

Amerikaner sehen Einsatz kritisch

Obama liegen mehrere Pläne zur Änderung des Afghanistan-Einsatzes vor, die zumeist eine Aufstockung der Truppen um 20.000 bis 40.000 Soldaten vorsehen. Der Präsident hat eine "baldige" Entscheidung in Aussicht gestellt. Derzeit sind in Afghanistan 68.000 US-Soldaten stationiert. Eine Umfrage der "Washington Post" und des Senders ABC ergab, dass die Ansichten der US-Bürger über den Einsatz weit auseinandergehen. 44 Prozent vertraten die Ansicht, der Militäreinsatz am Hindukusch seit 2001 habe sich gelohnt, mehr als die Hälfte - 52 Prozent - finden dies jedoch nicht.

Viele Bürger im Westen fragen sich mittlerweile, wie sinnhaft die Verteidigung einer Demokratie wie der in Afghanistan überhaupt ist. Die Hilfsorganisation Oxfam beklagt in einem Bericht über die "Kosten des Krieges" die weitverbreitete Korruption und Gewalt und kommt gar zu dem Schluss, dass es eine derartige Gewalttätigkeit wie derzeit in dem Land seit 2001 nicht gegeben habe. Oxfam rief die Regierung von Präsident Hamid Karsai auf, umgehend für rechtstaatliche Verhältnisse zu sorgen sowie die Korruption und die Vetternwirtschaft zu beenden. Für den Bericht wurden 704 afghanische Männer und Frauen zu ihren Erfahrungen seit der sowjetischen Invasion Ende der 1970er Jahre befragt. Am Donnerstag soll Karsai für eine weitere Amtszeit vereidigt werden.

AFP AFP

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