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Angriffe auf Polizisten: Blutiger Auftakt der Wahlen in Kenia

Bei den Wahlen 2007 waren in Kenia 1200 Menschen getötet worden. Die Angst, dass es zu neuen Gewaltexzessen kommen könnte, scheint berechtigt. Schon am Morgen des Wahltages gab es erste Todesopfer.

Am Tag der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Kenia sind am Montag mindestens siebzehn Menschen getötet worden. Unter den Toten seien neun Polizisten, zwei Zivilisten und sechs Angreifer, teilte die Polizei mit. Kurz vor Öffnung der Wahllokale waren bereits zwei Polizisten getötet worden. Sie seien von unbekannten Angreifern zerstückelt worden, sagte der Bezirkshauptmann von Mombasa am Montag.

Polizeichef Jared Ojuok machte die separatistische Gruppe Mombasa Republican Council (MRC) für die Taten verantwortlich. Sie hatte im Vorfeld damit gedroht, die Wahlen in dem ostafrikanischen Land zu behindern. Die Behörden Nairobi schickten weitere 400 Polizisten in die Region, um die Lage unter Kontrolle zu halten.

Aufruf an 15 Millionen Wahlberechtigte

Der erwartete enge Wahlausgang hat Sorgen ausgelöst, auch dieses Mal könne es wie 2007 zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern der konkurrierenden Lager kommen. Damals kamen bei Unruhen nach der Wahl des jetzt aus dem Amt scheidenden Staatschefs #Link;http://www.stern.de/politik/ausland/mwai-kibaki-90330687t.html;Mwai Kibaki# 1200 Menschen ums Leben.

Knapp 15 Millionen Wahlbürger sind seit dem Montagmorgen aufgerufen, einen Präsidenten und ein Parlament zu wählen. Acht Kandidaten bewerben sich um das Amt des Staatschefs.

Viele Menschen versammelten sich schon in der Nacht vor den Wahllokalen, um möglichst früh ihre Stimmen abzugeben. In der Hauptstadt Nairobi waren die Schlangen mehrere Kilometer lang.

"Wir wollen Frieden"

Mary Wanjiku Macharia hatte seit 3 Uhr früh vor der St.-Theresa-Schule in der Nähe des Slums Mathare ausgeharrt. Die 35-Jährige warf als erste am Morgen ihren Wahlzettel in die Urne. "Wir wollen Frieden. Wenn unser Kandidat verliert, dann werden wir zwar enttäuscht sein, aber wir werden es akzeptieren", sagte sie.

Die größten Chancen auf den höchsten Staatsposten haben Premierminister Raila Odinga und Ex-Finanzminister Uhuru Kenyatta. Jedoch ist letzterer vom Weltstrafgericht in Den Haag angeklagt, weil er nach den Wahlen 2007 zu Gewalt angestiftet haben soll. Dieses Mal sollen 99.000 Polizisten für Ordnung sorgen.

Das Wahlergebnis soll bis zum 11. März bekanntgegeben werden. Erreicht kein Politiker die absolute Mehrheit, wird es am 11. April eine Stichwahl geben.

ins/ger/DPA/Reuters/AFP / DPA / Reuters
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