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Anti-Dumping-Verfahren: EU-Solarfirmen in China fürchten Retourkutsche

Nachdem die EU-Kommission nun Vorwürfen des unlauteren Wettbewerbs gegen Chinas Solarfirmen nachgeht, sorgen sich deutsche Unternehmen vor dem handelspolitischen Konter.

Die europäischen Unternehmen in China fürchten Vergeltungsaktionen wegen des Anti-Dumping-Verfahrens gegen die chinesische Solarbranche. "Uns besorgt, dass wir jedes Mal eine Retourkutsche sehen, wenn es einen solchen Fall gibt", sagte am Donnerstag der Präsident der Europäischen Handelskammer in China, Davide Cucino, bei der Vorstellung des diesjährigen Positionspapiers über das Geschäft seiner 1700 Mitgliedsunternehmen in China.

"Wir glauben, dass die beste Lösung wäre, sich zu einem konstruktiven Dialog an einen Tisch zu setzen", betonte Cucino auf Journalistenfragen. Er verwies auch auf #link;www.stern.de/politik/deutschland/angela-merkel-90250943t.html;Kanzlerin Angela Merkel#, die sich vergangene Woche bei einem Besuch in China ebenfalls für Gespräche über die Klagen der deutschen Solar-Unternehmen ausgesprochen hatte.

Der EU-Kammerpräsident sagte aber auch, dass in Anti-Dumping-Fällen jede der beiden Seiten die Gremien der Welthandelsorganisation (WTO) anrufen könne, falls keine Einigung im Dialog erreicht werden könne. Solche Streitigkeiten machten allerdings nur ein Prozent des gesamten Handels zwischen Europa und China aus, sagte Cucino. Er sehe deswegen auch keinen Handelskrieg aufziehen, wies der Kammerpräsident eine entsprechende Frage zurück.

"Wir als Unternehmen sähen es gerne, wenn die Sache durch Dialog unter Partnern gelöst würde", sagte auch der Leiter der zuständigen Arbeitsgruppe der EU-Kammer. Freier Handel sei immer vorzuziehen.

amt/DPA / DPA