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Anti-Islam-Film: Demonstrant stirbt bei Protesten in Pakistan

In mehreren Ländern kam es am Montag zu Unruhen wegen dem anti-islamischen Film aus den USA. Ein Mensch kam in Pakistan ums Leben. Die Hisbollah rief zu weiteren Protesten gegen das Schmähvideo auf.

Bei gewaltsamen Protesten gegen den in den USA produzierten islamfeindlichen Film sind am Montag im Nordwesten Pakistans ein Demonstrant getötet und zwei weitere verletzt worden. Bei den Demonstrationen in Warai in der Unruheprovinz Khyber Pakhtunkhwa kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei sowie zu Schusswechseln, wie die örtlichen Behörden mitteilten. Zuvor hatte die Menge von rund 800 Demonstranten einige Gebäude in Brand gesteckt.

Zwischen 2500 und 3000 Studenten, Professoren und andere Demonstranten gingen zudem in der Provinzhauptstadt Peshawar auf die Straße. Sie zündeten Autoreifen und eine US-Flagge an und blockierten eine Straße vor der Universität der Stadt.

Bei Demonstrationen in der afghanischen Hauptstadt Kabul wurden dutzende Polizisten verletzt. Einige Demonstranten hätten Autos angezündet, darunter zwei Polizeifahrzeuge, und "Tod für Amerika" gerufen, sagte der Polizeichef der afghanischen Hauptstadt, Mohammed Ajub Salangi. Zudem eröffneten aus der Menge heraus einige Menschen das Feuer auf Polizisten, diese schossen aber nicht zurück. Bis zu 50 Beamte wurden seinen Angaben zufolge durch Steinewerfer "leicht verletzt". Einem AFP-Fotografen zufolge lagen große Steine auf vielen Straßen, zudem schlossen Ladenbesitzer in der Gegend eilig ihre Geschäfte und flohen.

Hisbollah ruft zu Protesten auf

In Indonesien fanden sich nach Berichten eines AFP-Reporters rund 50 Studenten zu Protesten vor einer US-Vertretung in Medan zusammen. Vor dem Konsulat traten sie auf einer US-Fahne herum und warfen Eier auf das Gebäude. Polizisten drängten die Menge zurück, als sie auf das Gelände vordringen wollten. Auch vor der US-Botschaft in der Hauptstadt Jakarta gab es Proteste, dort kam es ebenfalls zu gewaltsamen Zusammenstößen mit der Polizei, bei denen ein Beamter verletzt wurde. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein und gab Warnschüsse ab.

Unterdessen rief der Chef der schiitischen Hisbollah-Miliz im Libanon, Hassan Nasrallah, zu einer Woche des Protests gegen den Film "Die Unschuld der Muslime" auf, in dem der Prophet Mohammed verunglimpft wird. "Die ganze Welt muss die Wut in euren Gesichtern, euren Fäusten und euren Schreien sehen", sagte er am Sonntagabend in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache. Die ganze Welt müsse begreifen, dass Mohammed Anhänger habe, die zu dem Film nicht schweigen würden.

Den Film, der in zahlreichen muslimischen Ländern in den vergangenen Tagen zu gewalttätigen Protesten geführt hatte, bezeichnete Nasrallah als "den schlimmsten jemals gestarteten Angriff auf den Islam". Der Film sei noch verheerender als die Verbrennung des Koran in Afghanistan und die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in Europa.

kave/AFP / AFP
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