Arnold Schwarzenegger Grüne Welle für den Terminator


Arnold Schwarzenegger setzt auf Grün: Das ist die Farbe der Tourbusse für seine Wahlkampf-Entourage, passend zur neuen Rolle des kalifornischen Gouverneurs als Kämpfer für eine saubere Umwelt.

Mit einer umweltfreundlich-liberalen Agenda, wie sie jedem Demokraten gut stehen würde, hat Ex-Schauspieler und Republikaner Arnold Schwarzenegger zum Endspurt im Rennen um die Wiederwahl zum Gouverneur von Kalifornien (07. November) angesetzt. Kaum einer zweifelt daran, dass der 59-jährige gebürtige Österreicher vor seinem demokratischen Widersacher, dem amtierenden kalifornischen Finanzminister Phil Angelides (53), durchs Ziel gehen wird.

Keine Zweifel an zweiter Amtszeit

"Protecting the California Dream" (Den kalifornischen Traum bewahren) ist Schwarzeneggers Slogan. Nach jüngsten Wählerumfragen liegt der frühere Hollywoodstar zur Zeit 17 Prozentpunkte vor seinem Herausforderer und darf jetzt schon von der Fortsetzung seiner Polit-Karriere träumen. "Er hat das Wunder vollbracht, sich von einem katastrophalen Jahr 2005 komplett zu erholen", erläutert der Politologe Bruce Cain. Vor einem Jahr hatte Schwarzenegger mit einem Reformpaket vor allem Lehrer, Krankenschwestern und Gewerkschaften gegen sich aufgebracht und bei einer Sonderabstimmung eine schwere Schlappe erlitten. Nach einem triumphalen Wahlsieg 2003 war seine Beliebtheit auf einen Tiefpunkt gerutscht.

"Er war mutig genug, sich bei den Wählern zu entschuldigen und schwenkte auf einen moderaten Kurs als Halb-Demokrat um", sagt Cain. Da mag der Demokrat Angelides noch so laut über den "Vollblut- Republikaner" und "falschen Demokraten" schimpfen. Solche Wahlkampf-Attacken prallen an dem früheren Muskelmann einfach ab. Stattdessen punktet Schwarzenegger kräftig in der linken Ecke. Liberale Zeitungen wie die "Los Angeles Times" sprachen ihre Wahlempfehlungen für den Republikaner aus. Im liberalen Hollywood brachte er Stars wie Steven Spielberg auf seine Seite. Der linke George Clooney protestierte mit dem früheren Kollegen gegen den Völkermord in Darfur.

Seite an Seite mit den Demokraten

"Wir haben unsere Spur gefunden", meinte Schwarzenegger kürzlich in der Zeitung "San Francisco Chronicle" über seinen Erfolgskurs in Sacramento, wo der Republikaner plötzlich ganz harmonisch mit der demokratischen Mehrheit im Parlament regiert. Zusammen boxten sie eine Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns durch. Gemeinsam wollen sie Milliarden für Infrastruktur-Projekte zur Verbesserung von Straßen, Dämmen und Schulen ausgeben. Im Bündnis erließen sie das schärfste Gesetz aller US-Bundesstaaten zur Reduzierung von Treibhausgasen.

Immer stärker hat sich Schwarzenegger in den letzten Monaten von der Linie seines Parteifreundes George W. Bush abgegrenzt. Als der US-Präsident kürzlich an die Westküste reiste, ging "Arnie" auf Distanz. In einer US-Talkshow griff er die Washingtoner Irak-Politik an. Bush wirft er Untätigkeit beim Umweltschutz vor. Er selbst macht sich für die staatliche Finanzierung der Stammzellenforschung stark, ein rotes Tuch für das Weiße Haus.

Zwei starke Frauen helfen "Arnie"

Schwarzeneggers Spurwechsel und seinen erfolgreichen Balanceakt schreibt der Politologe Cain unter anderem zwei Frauen zu. "Seine Frau hat ihn fest im Griff", scherzt Cain über Schwarzeneggers langjährige Ehefrau Maria Shriver, eine Demokratin aus dem Kennedy-Clan. Zudem vertraute der Republikaner einer ultraliberalen Demokratin den Job als Stabschefin an. Susan Kennedy, eine lautstarke Befürworterin der gleichgeschlechtlichen Ehe, diente schon Schwarzeneggers demokratischem Vorgänger Gray Davis.

Cain schließt nicht aus, dass Schwarzenegger nach einem Wahlsieg wieder einen mehr konservativen Kurs fährt. "Das würde eine Menge Kalifornier verärgern und könnte zu einer vorzeitigen Abwahl führen", warnt der Experte. Derweilen strahlt der "Gouvernator" siegessicher in die Fernsehkameras, als hätte seine zweite Amtszeit schon begonnen.

Barbara Munker/DPA DPA

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