Atomstreit mit Nordkorea Amerikaner verstärken Schutz von Hawaii


Das Szenario wirkt zunehmend bedrohlich: In einem Interview geht US-Präsident Barack Obama auf die Möglichkeit eines nordkoreanischen Atomangriffs auf Hawaii ein - und sein Verteidigungsminister lässt Abwehrsysteme im Pazifik auffahren. Die Nordkoreaner wiederum sprechen von einem drohenden US-Angriff.

Die USA sind auf einen möglichen nordkoreanischen Raketenabschuss Richtung Hawaii vorbereitet. Das sagte Präsident Barack Obama in einem Interview mit dem Fernsehsender CBS, das am Montag ausgestrahlt werden soll. Wie der Sender vorab mitteilte, sagte Obama, "diese Regierung - und unser Militär - sind voll auf alle Möglichkeiten vorbereitet". Auf die Frage, ob das eine Warnung vor einer militärischen Antwort sei, antwortete der Präsident: "Nein. Aber es heißt, wir sind auf alle Möglichkeiten vorbereitet. Ich will nicht über Hypothetisches spekulieren." Er wolle jedoch den Amerikaner die Versicherung geben, das für alle Eventualitäten geplant worden sei, betonte Obama.

Die japanische Zeitung "Yomiuri Shimbun" hatte vergangene Woche die Möglichkeit skizziert, dass Nordkorea eine Rakete vom Typ Taepodong-2 in Richtung Hawaii im Pazifik abfeuern könnte. US-Verteidigungsminister Robert Gates erklärte dazu, er habe die Verlegung von Raketen-Abwehrsystemen und Radaranlagen auf die Pazifikinsel angeordnet.

Die Nordkoreaner halten verbal dagegen: Das Land bezeichnete sich am Montag als "stolze Atommacht". Die staatliche Zeitung "Rodung Sinmun" schrieb, Nordkorea sei darauf vorbereitet, im Fall eines US-Angriffs zurückzuschlagen. "Die USA sollten sich genau anschauen, mit wem sie es zu tun haben", hieß es in dem Beitrag in Anspielung auf die jüngsten Atomwaffen- und Raketentests.

Vor der Küste der koreanischen Halbinsel zeichnet sich unterdessen eine mögliche erste Konfrontation bei der Umsetzung neuer UN-Sanktionen ab. Ein Zerstörer der US-Marine verfolgt nach einem Bericht des südkoreanischen Fernsehsenders YTN ein nordkoreanisches Schiff, das verdächtigt wird, Raketen und zugehörige Teile geladen zu haben. Der Frachter soll auf dem Weg nach Myanmar sein. Das verschärfte Waffenembargo der Vereinten Nationen ermächtigt die UN-Staaten, verdächtige Schiffe zu durchsuchen.

AP/DPA AP DPA

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