VG-Wort Pixel

Bahrain Opposition spricht von "Vernichtungskrieg"


Die Auseinandersetzungen im Golf-Königreich Bahrain nehmen an Schärfe zu. Sicherheitskräfte haben offenbar einen Platz gestürmt, der von regierungskritischen Demonstranten besetzt war. Tränengas liegt in der Luft, zuvor waren Panzer aufgefahren. Es soll Tote gegeben haben.

Im Golf-Königreich Bahrain sind Sicherheitskräfte am Mittwochmorgen nach arabischen Medienberichten gewaltsam gegen Demonstranten vorgegangen. Wie der Nachrichtensender Al-Dschasira berichtete, feuerten Polizisten Tränengas auf Demonstranten, die in der Hauptstadt Manama auf dem zentralen Perlenplatz campierten, um ihrer Forderung nach politischen Reformen Nachdruck zu verleihen. Zuvor seien bereits Soldaten mit Panzern zu dem Platz vorgerückt.

Nach Angaben der Opposition sind mindestens zwei Menschen bei dem gewaltsamen Vorgehen getötet worden. Zahlreiche weitere wurden demnach verletzt. Die Sicherheitskräfte hätten mit scharfer Munition geschossen und Demonstranten töten wollen, sagte der Oppositionsabgeordnete Chalil Marsuk.

Der Oppositonsvertreter Abdel Dschalil Chali sprach von fünf Toten und Hunderten Verletzten. Seinen Worten zufolge führt die Regierung einen "Vernichtungskrieg" gegen die Demonstranten.

Botschaft rät Deutschen zur Ausreise auf

Ob Soldaten an den Auseinandersetzungen beteiligt waren, blieb zunächst unklar. Eine Korrespondentin der britischen BBC berichtete von Rauch, der über dem Perlenplatz aufsteige. Anscheinend hätten die Sicherheitskräfte den Platz unter ihre Kontrolle gebracht. Mindestens 500 Demonstranten hatten laut Al-Dschasira in der Nacht dort ausgeharrt.

In der Hauptstadt Manama sperrte das Militär mehrere Hauptstraßen. In einigen Vierteln funktionierte das Telefonnetz nicht. Die deutsche Botschaft in Manama forderte die rund 250 in Bahrain lebenden deutschen Staatsbürger auf, ihre Wohnungen nicht zu verlassen und sich auf eine Ausreise vorzubereiten.

Ausnahmezustand kann die Lage nicht beruhigen

Bereits am Dienstag war es in Bahrain zu schweren Zusammenstößen gekommen, bei denen mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen sein sollen. König Hamad bin Issa al-Chalifa verhängte den Ausnahmezustand über das Land.

Die Proteste in Bahrain, die bereits seit mehr als einem Monat andauern, waren am vergangenen Sonntag erneut eskaliert. Der König hatte daraufhin von den anderen Golfstaaten militärische Unterstützung angefordert. Seit Montag halten sich rund 1000 saudische Soldaten sowie 500 Polizisten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten in Bahrain auf. Die schiitische Opposition, deren Anhänger den Großteil der Demonstranten stellen, sieht in diesen Hilfstruppen eine "Besatzungsmacht".

kng/DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker