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US-Demokraten im TV-Duell Breitseite gegen Joe Biden: Kamela Harris holt in Umfragen mächtig auf

Die US-Demokraten Joe Biden und Kamela Harris
Sie wollen ins Weiße Haus: Die US-Demokraten Joe Biden und Kamela Harris
© Scott Olson / Getty Images/AFP, Saul Loeb / AFP
Nach dem TV-Duell der Präsidentschaftskandidaten der US-Demokraten hat Joe Biden in Umfragen an Zustimmung verloren – das lag auch an den Attacken von Kamela Harris. Nur in einer Frage liegt Biden weiter klar vorn.

Nach der ersten TV-Debatte der demokratischen Präsidentschaftsbewerber für die Wahl 2020 hat Spitzenreiter Joe Biden einer Umfrage zufolge stark an Beliebtheit eingebüßt. In der am Montag veröffentlichten Umfrage im Auftrag des Senders CNN unterstützten nur noch 22 Prozent der Anhänger der Demokraten eine Kandidatur des ehemaligen Vizepräsidenten gegen den republikanischen Präsidenten Donald Trump. Das sind 10 Punkte weniger als einen Monat zuvor und sogar 17 Punkte weniger als noch im April. 

An zweiter Stelle liegt inzwischen Senatorin Kamala Harris, 17 Prozent wünschen sich ihre Kandidatur – im Mai waren es nur 8 Prozent. Auf Harris folgen Senatorin Elizabeth Warren mit 15 Prozent (Mai: 7 Prozent) und Senator Bernie Sanders mit 14 Prozent (Mai: 18 Prozent). Keiner der anderen 18 Kandidaten erreichte fünf Prozent. Gezählt wurden Antworten von 656 registrierten Wähler, die angaben, eingetragene Demokraten zu sein oder zu der Partei zu tendieren. 

Sehen Sie im Video: Der einstige Obama-Vize will Trump aus dem Weißen Haus kicken: Wer ist Joe Biden? "Deswegen verkünde ich heute meine Kandidatur für das Amt des US-Präsidenten." Acht Jahre lang war er der Vize von US-Präsident Barack Obama. Nun will Joe Biden Donald Trump aus dem Weißen Haus vertreiben. Das Präsidentenamt wäre die Krönung seiner politischen Karriere und seines Lebens. Biden wird am 20. November 1942 in Scranton, US-Bundesstaat Pennsylvania, geboren. Sein voller Name lautet Joseph Robinette Biden Jr. Er studiert Geschichte und Politik an der University of Delaware. Danach promoviert Biden am College of Law der Syracuse University in Jura. Im August 1966 heiratet Biden seine Highschool-Liebe Neilia Hunter. 1969 beginnt er in Wilmington, Delaware, als Rechtsanwalt zu arbeiten. Ehepaar Biden bekommt drei Kinder: Beau (*69), Robert (*70) und Naomi Christina (*71). 1970 startet er seine politische Karriere im Rat von New Castle County, in dem er bis 1972 sitzt. 1972 wird Biden mit gerade einmal 29 Jahren zum ersten Mal in den US-Senat gewählt. Wenige Wochen nach seiner Wahl sterben Bidens Frau und Tochter bei einem Unfall. Die Söhne überleben schwer verletzt. Biden wird an ihren Krankenbetten vereidigt. 1977 heiratet Biden seine zweite Frau Jill Jacobs, eine promovierte Lehrerin. 1981 wird ihre Tochter Ashley geboren. Bei seiner Vereidigung als Senator 1985 hält Biden sie im Arm. 1987 versucht er sich schon einmal als Präsidentschaftskandidat für 1988, erklärt aber nach sechs Wochen seinen Rückzug. Im Senat kümmert er sich vor allem um Fragen des Strafrechts und der Außenpolitik. 2008 will er wieder Präsidentschaftskandidat der Demokraten werden, unterliegt aber Obama. Obama bietet ihm die Vize-Präsidentschaft an. Dafür verlässt Biden nach 36 Jahren den US-Senat. Biden soll Obamas Mangel an außenpolitischer Erfahrung kompensieren. In der zweiten Amtszeit Obamas gilt Biden als dessen möglicher Nachfolger. Doch 2015 stirbt Bidens Sohn Beau an einem Hirntumor. Daraufhin verzichtet Biden auf eine Präsidentschaftskandidatur für 2016. Nach vier Jahren Trump will Biden nun den republikanischen Präsidenten herausfordern - wenn die Demokraten ihn lassen.
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In einer Umfrage liegt Joe Biden weit vorn

Unabhängig von ihrer Präferenz sagten allerdings weiterhin 43 Prozent der befragten Parteianhänger, Biden habe die beste Chance, Trump bei der Wahl im November 2020 zu schlagen. Von Sanders glaubten das nur 13 Prozent, von Harris und von Warren je zwölf Prozent. 

Am Mittwoch und Donnerstag vergangener Woche hatten sich 20 Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten in Miami ihr erstes TV-Duell geliefert. Wegen der vielen Bewerber fanden zwei Runden mit je zehn Kandidaten statt. Den stärksten Moment der Diskussion am Donnerstag konnte die afroamerikanische Senatorin Harris für sich verbuchen, als sie Biden scharf für Positionen zur Integration von Schwarzen angriff. Bei der Debatte am Mittwoch hatten US-Medien Warren unter den Gewinnern gesehen. 

In der CNN-Umfrage sagten 41 Prozent der Befragten, Harris habe sich bei der Debatte am besten geschlagen. An zweiter Stelle lag Warren, allerdings nur mit 13 Prozent. Lediglich zehn Prozent bescheinigten das Biden. Auf diese Frage antworteten 534 registrierte Wähler, die angaben, eingetragene Demokraten zu sein oder zu der Partei zu tendieren und die die Debatten verfolgt haben. 

Präsident Donald Trump meldete sich wie schon während der Debatte erneut per Twitter zu Wort und wies daraufhin, dass er alle TV-Duelle gewonnen habe, auch die drei gegen Hillary Clinton. Die neuen Gegner seien sogar leichter zu besiegen, schreibt Trump weiter, aber wirklich sicher könne man das nicht sagen. 

Vorwahlen beginnen im November in Iowa

Die Vorwahlen, bei denen der Kandidat oder die Kandidatin der Demokraten gegen Trump für die eigentliche Wahl am 3. November 2020 bestimmt wird, beginnen erst im Februar im Bundesstaat Iowa. Bei den Republikanern gibt es außer Trump bislang nur einen weiteren Kandidaten, der für die Partei in die Wahl ziehen will. Dabei handelt es sich um den früheren Gouverneur des US-Bundesstaats Massachusetts, Bill Weld. Ihm werden aber keine nennenswerten Chancen eingeräumt, Trump die Kandidatur der Republikaner streitig zu machen.

Insgesamt wurden für die Umfrage auch zu anderen Themen im Auftrag von CNN 1613 Erwachsene zwischen dem 28. und 30. Juni per Telefon befragt. Nach Angaben des Umfrageinstituts SSRS beschrieben sich davon 32 Prozent als Demokraten und 26 Prozent als Republikaner. 42 Prozent gaben an, unabhängig zu sein oder einer anderen Partei anzugehören.

tis DPA

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