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China weiter verstimmt: Warnung vor Treffen mit Dalai Lama

Die chinesische Regierung hat US-Präsident Barack Obama am Dienstag in schroffer Form vor einem Treffen mit dem Dalai Lama gewarnt.

Die chinesische Regierung hat US-Präsident Barack Obama am Dienstag in schroffer Form vor einem Treffen mit dem Dalai Lama gewarnt. Falls Obama ein Treffen mit dem geistlichen Oberhaupt der Tibeter vereinbare, werde dies "Vertrauen und Zusammenarbeit" zwischen Peking und Washington "ernstlich untergraben", sagte Vize-Ministerpräsident Zhu Weiqun.

Mit Blick auf die jüngsten Gespräche zwischen Abgesandten des Dalai Lama und Vertretern der chinesischen Regierung fügte Zhu hinzu, die Positionen blieben "scharf voneinander getrennt". Die beiden Gesandten des Dalai Lama, Lodi G. Gyari und Kelsang Gyaltsen, waren am Montag nach Gesprächen in China an den Exil-Sitz des Dalai Lama in Dharamsala zurückgekehrt.

Der Dalai Lama will im Februar für zehn Tage in die USA reisen. Ein Treffen mit Obama wurde bislang nicht angekündigt. Die Exilregierung der Tibeter erklärte, sie sehe "keinen Grund", warum es kein Treffen zwischen Obama und dem Dalai Lama geben könne. Zhu hingegen sagte, seine Regierung sei gegen jeden Versuch "ausländischer Mächte, sich in die inneren Angelegenheiten Chinas einzumischen". Obama war im November in den USA kritisiert worden, weil er vor seiner ersten Reise nach Peking nicht mit dem Dalai zusammentraf. Der Dalai Lama fordert für Tibet eine weitreichende Autonomie. Er wirft den chinesischen Behörden vor, die tibetische Kultur auszumerzen.

Die chinesischen Unterhändler bekräftigten in den Gesprächen mit den Abgesandten des Dalai Lama in den vergangenen Tagen, dass die Regierung in Peking nicht zu Zugeständnissen an das 75-jährige geistliche Oberhaupt der Tibeter bereit sei. Die Vertreter der Kommunistischen Partei sagten bei den mehrtägigen Beratungen laut einer von der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua zitierten Erklärung, dass "bei Fragen hinsichtlich der nationalen Souveränität Chinas keine Zugeständnisse gemacht werden". Ein "hohes Maß an Unabhängigkeit" für die Provinz verstoße gegen die chinesische Verfassung. Die tibetische Exilregierung erklärte, sie strebe keinen "souveränen Staat" an.

China, das den Himalayastaat 1951 besetzt hat, sieht Tibet als Teil seines Staatsgebiets an. Der Dalai Lama lebt seit 1959 im Exil. Peking wirft ihm vor, auf die Unabhängigkeit Tibets hinzuarbeiten. Unterhändler des Dalai Lama und der chinesischen Regierung nahmen 2002 Verhandlungen über den Status Tibets auf. Die bislang letzten Gespräche waren im November 2008 von Peking für gescheitert erklärt worden.

AFP / AFP
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