Nach Donald Trumps Rede in Davos können sich die Europäer entspannen. Zumindest ein bisschen. Alles Wichtige im stern-Newsblog.
Die Welt blickt nach Davos, wo vom 19. bis zum 23. Januar das Weltwirtschaftsforum stattfindet. Hier stehen vor allem die Grönland-Krise und die angedrohten US-Zölle im Mittelpunkt. Wichtigster Gast: Donald Trump.
Der US-Präsident reist mit einer riesigen Delegation an – ein Zeichen dafür, welche Bedeutung das Treffen auch für die USA hat. Die bange Frage der Europäer lautet: Wird Trump seinen aggressiven Grönland-Kurs fortfahren oder zeigt er Gesprächsbereitschaft?
Die wichtigsten Entwicklungen im stern-Newsblog:
Wichtige Updates
Thomas Krause
Vize-Kanzler Lars Klingbeil warnt vor zu großem Optimismus nach der angeblichen Beilegung des Streits mit US-Präsident Donald Trump um die Aneignung von Grönland. Nach dem "Hin und Her" der vergangenen Tage müsse man zunächst abwarten, was substanziell zwischen Trump und Nato-Generalsekretär Mark Rutte vereinbart worden sei, sagte der SPD-Chef am Abend im ZDF. "Es ist gut, dass man im Dialog ist, aber ein bisschen abwarten muss man schon und zu früh freuen sollte man sich auch nicht." Er wolle die genauen Absprachen erst "schwarz auf weiß" sehen.
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Thomas Krause
Rutte bestätigt Rahmen für Grönland-Abkommen
Nato-Generalsekretär Mark Rutte bestätigt die Angaben von Trump zu einem Rahmen für ein mögliches Grönland-Abkommen. Was Trump mitgeteilt habe, sei völlig korrekt, sagte der Niederländer am Rande von Gesprächen beim Weltwirtschaftsforum in Davos der ARD. Details wollte er allerdings nicht nennen. Er sagte lediglich, es werde weitere Gespräche geben.
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Thomas Krause
Der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen sieht positive Signale im Grönland-Konflikt mit den USA. "Der Tag endet besser, als er begonnen hat", sagte der Minister dem dänischen Rundfunk in einem Interview. "Zwei Dinge nehme ich aus Davos mit: Dass Trump sagt, dass er Grönland nicht angreift (...) und dass der Zoll-Krieg auf Standby ist. Das ist positiv."
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Thomas Krause
Der russische Präsident Wladimir Putin will sich nicht in den Streit um Grönland einmischen. "Uns betrifft das sicher nicht", sagte der Kremlchef bei einer Sitzung des nationalen Sicherheitsrates in Moskau. Die USA und Dänemark müssten das unter sich ausmachen. US-Präsident Donald Trump hat seine Ansprüche auf das zu Dänemark gehörende Grönland immer wieder auch mit einer angeblichen Bedrohung der Insel und der gesamten Arktisregion durch Russland oder China begründet.
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Thomas Krause
Das Rahmenabkommen zu Grönland erfüllt nach Worten von US-Präsident Donald Trump alle Wünsche der Vereinigten Staaten. Alle Beteiligten seien mit der Vereinbarung glücklich, sagt Trump nach einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte in Davos.
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Thomas Krause
Trump bezeichnet die geplante Rahmenvereinbarung zu Grönland als langfristiges Abkommen. "Das ist für die Ewigkeit", sagt Trump dem Sender CNBC. Die Einzelheiten der "etwas komplexen" Übereinkunft würden zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben.
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Thomas Krause
Donald Trump: "Großartige Lösung" für Grönland gefunden – keine Zölle
US-Präsident Donald Trump zufolge ist ein Rahmenabkommen zu einer zukünftigen Vereinbarung über Grönland erzielt worden. Daher würden die für den 1. Februar geplanten neuen US-Zölle nicht erhoben, schreibt Trump auf seinem Kurznachrichtendienst Truth Social.
Die Einigung sei bei einem produktiven Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte bezüglich der Insel und der gesamten Arktis erarbeitet worden. Diese Lösung sei großartig für die USA und alle Nato-Staaten. Trump fügt hinzu, dass zudem Gespräche über das Raketenabwehrsystem Golden Dome in Bezug auf Grönland liefen. Die weiteren Verhandlungen sollen unter anderem Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio führen.
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Christine Leitner
Der US-Präsident nutzt den Wirtschaftsgipfel, um einem seiner Prestigeprojekte den Startschuss zu verpassen: Morgen soll das Gründungsdokument für den von Trump initiierten "Friedensrat" bei einer Zeremonie am Rande des WEF unterzeichnet werden. Der "Friedensrat" soll Trumps Vorstellungen zufolge internationale Konflikte beilegen – und zwar laut Charta ausdrücklich in Konkurrenz zu den Vereinten Nationen. Mehr dazu, lesen Sie hier:
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Christine Leitner
EU-Sondergipfel wegen Trumps Grönland-Plänen
Nach seiner Rede reist der Kanzler nach Brüssel weiter, wo wegen des Streits mit der US-Regierung um Grönland am Donnerstagabend ein EU-Sondergipfel stattfindet. Das Treffen beginnt gegen 19 Uhr. Die Teilnehmer wollen darüber abstimmen, wie die EU weiter mit Trumps Besitzansprüchen auf Grönland umgehen soll.
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Christine Leitner
Kleiner Vorgeschmack auf das, was Friedrich Merz der Welt morgen in Davos zu sagen hat: Es gehe darum, "Brücken zu unseren internationalen Partnern zu bauen", lässt ein Regierungssprecher wissen. Merz will demnach zudem Gespräche mit Unternehmern und Investoren führen, um "für den Wirtschaftsstandort und insbesondere für Investitionen in Deutschland zu werben".
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Christine Leitner
Dass sich Trump nach eigenen Angabe mit Selenskyj treffen will, wirkt nach seiner Rede widersprüchlich. Der US-Präsident hatte darin betont, dass es Aufgabe der Nato und Europas sei, sich "um die Ukraine zu kümmern" – nicht die der USA.
„Was haben die USA von all dieser Arbeit, all diesem Geld, außer Tod, Zerstörung und kolossalen Geldsummen, die an Menschen gehen, die unsere Taten nicht zu schätzen wissen? Sie wissen nicht zu schätzen, was wir tun, ich spreche von der Nato, ich spreche von Europa. Es ist ihre Aufgabe, sich um die Ukraine zu kümmern, nicht unsere.“US-Präsident Donald Trump in Davos
Die USA seien "sehr weit entfernt, ein großer und schöner Ozean trennt uns. Wir haben damit nichts zu tun". Trump und seine Widersprüche – man kennt's.
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Christine Leitner
Für Donald Trump geht es nach der Rede gleich weiter zum nächsten Termin: Er will sich noch heute mit Wolodymyr Selenskyj treffen. Der ukrainische Präsident wolle einen Deal machen, glaubt Trump. "Ich denke, ich kann sagen, dass wir einigermaßen nah dran sind." Dass sich Selenskyj wirklich noch heute in Davos blicken lässt, ist eher unwahrscheinlich. Auch heute betonte er, dass er wegen der andauernden russischen Angriffe aus der Luft viel im eigenen Land zu tun habe und deswegen nur in die Schweiz reisen werde, wenn es ein unterschriftsreifes Dokument gebe oder weitere Hilfszusagen etwa zur Lieferung von Flugabwehrwaffen.
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Christine Leitner
Und damit dürfte der größte Punkt des Tages für heute abgearbeitet sein. Wir halten Sie an dieser Stelle natürlich weiter über alles Wichtige aus Davos auf dem Laufenden. Einen Termin können Sie sich direkt vormerken: Morgen um 9.30 Uhr wird Kanzler Friedrich Merz seine Rede beim Wirtschaftsgipfel halten. Auch diese Ansprache halten wir hier schriftlich fest.
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Leonie Scheuble
In Europa dürfte man nach dieser Rede wohl erst einmal aufatmen. Die wichtigste Nachricht: Trump will Grönland nicht mehr militärisch erobern.
Gleichwohl ist deutlich geworden, dass der US-Präsident so schnell nicht von seiner Besessenheit ablassen wird, dieses "wunderschöne Stück Eis" zu besitzen (das er zwischendurch mit Island verwechselt hat). Der Satz, der aus Davos nachhallt: "Sie können Ja sagen, und wir werden Ihnen sehr dankbar sein. Oder Sie können Nein sagen, und wir werden uns daran erinnern.“
Gleichwohl ist deutlich geworden, dass der US-Präsident so schnell nicht von seiner Besessenheit ablassen wird, dieses "wunderschöne Stück Eis" zu besitzen (das er zwischendurch mit Island verwechselt hat). Der Satz, der aus Davos nachhallt: "Sie können Ja sagen, und wir werden Ihnen sehr dankbar sein. Oder Sie können Nein sagen, und wir werden uns daran erinnern.“
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Christine Leitner
Und damit beendet Trump seine Rede nach 75 Minuten mit einem seiner Lieblingssätze: "Die USA sind zurück."
DPA/AP
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DPA · AFP · Reuters