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Demonstranten verstärken Barrikaden Janukowitsch verspricht Verzicht auf Militäreinsatz in Kiew


Nach dem gewaltsamen Vorgehen der ukrainischen Polizei warnen die USA vor einem Militäreinsatz gegen die Demonstranten. Den soll es laut Regierung nicht geben, die Gegner wappnen sich dennoch.

US-Verteidigungsminister Chuck Hagel hat seinen ukrainischen Amtskollegen Pawlo Lebedjew davor gewarnt, "in irgendeiner Art" das Militär bei den Anti-Regierungs-Protesten in dem Land einzusetzen. Wie ein Sprecher Hagels in der Nacht auf Donnerstag mitteilte, machte der US-Minister bei einem Telefonat der Politiker deutlich, dass dies andernfalls zu Belastungen führen könnte. Lebedjew habe entgegnet, es sei von Präsident Janukowitsch nicht beabsichtigt, die Streitkräfte gegen die Demonstranten einzusetzen.

Nach einem vorläufigen #link;http://www.stern.de/politik/ausland/2-unruhen-in-der-ukarine-janukowitsch-verspricht-gewaltverzicht-2076748.html;Rückzug der ukrainischen Sicherheitskräfte# vom Unabhängigkeitsplatz in Kiew haben die prowestlichen Demonstranten derweil ihre Barrikaden weiter verstärkt. Damit wollen sich die Gegner von Viktor Janukowitsch gegen einen möglichen neuen Räumungsversuch von Spezialeinheiten wappnen. Aus dem ganzen Land seien weitere Menschen mit Dutzenden Bussen und Privatautos in der Hauptstadt eingetroffen, berichteten örtliche Medien.

Protest bei Minusgraden

Die Regierungsgegner verbringen auch die Nächte protestierend in der Kälte. In der vergangenen Nacht verharrten mehr als 5000 Menschen im Stadtzentrum. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt wärmten sich die Demonstranten auf dem Platz an Feuern. Bekannte Popstars gaben auf einer Bühne ein Konzert. Priester sprachen öffentlich Gebete und sangen mit der Menge stündlich die Nationalhymne.

Es habe keine nennenswerten Zwischenfälle gegeben, teilte das Innenministerium der Ex-Sowjetrepublik am Donnerstag mit. Friedliche Proteste würden respektiert, hieß es. Zugleich warnte das Ministerium aber die Gegner Janukowitsch vor Provokationen. Das öffentliche Leben der Hauptstadt dürfe nicht zusammenbrechen.

Polizei dringt gewaltsam in Camp ein

Das harte Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen die Regierungsgegner in Kiew hatte international Kritik hervorgerufen. In der Nacht zum Mittwoch versuchte die Polizei gewaltsam, ein Camp auf dem Unabhängigkeitsplatz zu räumen. Dabei wurden mehrere Menschen verletzt und es kam zu Verhaftungen.

Die Gegner fordern seit Wochen Janukowitschs Rücktritt und ein Zugehen auf den Westen von der früheren Sowjetrepublik. Die Proteste keimten nach einer Abkehr der Regierung von ihrem proeuropäischen Kurs auf. Janukowitsch hatte ein Assoziierungsabkommen über engere Zusammenarbeit und freien Handel mit der EU nach Strafdrohungen Russlands nicht unterzeichnet.

awö/DPA DPA

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