Deutsche Geiseln Kidnapper stellen neues Ultimatum


Im Internet ist ein neues Video der im Irak entführten deutschen Geiseln aufgetaucht. Darin forderte eine Gruppe "Pfeile der Rechtschaffenheit" erneut, die Bundesregierung solle die deutschen Soldaten vollständig aus Afghanistan abziehen.

Die Entführer der beiden Deutschen im Irak haben sich nach längerem Schweigen wieder zu Wort gemeldet. In einem neuen Video bekräftigte die Gruppe "Pfeile der Rechtschaffenheit" ihre Forderung an die Bundesregierung, binnen zehn Tagen ihre rund 3.000 Soldaten vollständig aus Afghanistan abzuziehen. Andernfalls würden die 61-jährige Hannelore Marianne Krause und ihr 20-jähriger Sohn Sinan getötet, heißt es in der Video-Botschaft, die im Internet auftauchte.

Das Video wurde vom Washingtoner Institut SITE gesichtet, das die Webseiten von Extremistengruppen auswertet. Demnach zeigt es die beiden weinenden Geiseln. Frau Krause appelliert an Deutschland ebenso wie an Österreich, die Forderungen der Entführer zu erfüllen, um ihr Leben und das ihres Sohnes zu retten. Demnach sagt flehte die 61-Jährige ihre Landsleute an, ihr in ihrer schwierigen Lage zu helfen. "Deutschland war sicher, bevor es sich in diese satanische Koalition mit Amerika begab, um das zu bekämpfen, was sie Terrorismus nennen", sagte Krause laut arabischer Übersetzung. An ihre zwei in Deutschland lebenden Kinder gewandt sagte sie: "Vielleicht könnt ihr zu Zeitungen gehen, vielleicht könnt ihr einen Protestmarsch organisieren ... wendet euch am Leute, die euch helfen können, bitte, bitte bitte."

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes sagte auf Anfrage zu der jüngsten Entwicklung lediglich. "Der Krisenstab ist befasst." Weitere Einzelheiten wollte sie nicht bekannt geben. Selbst die Existenz des neuen Videos wurde nicht offiziell bestätigt. Die Entführer hatten bereits am 10. März in einem Video ein zehntägiges Ultimatum verkündet. Nachdem dieses am 21. März abgelaufen war, geschah zunächst jedoch nichts. Frau Krause, die mit einem irakischen Arzt verheiratet ist und schon lange in Bagdad lebt, sowie ihr Sohn wurden am 6. Februar in der irakischen Hauptstadt entführt.

AP/Reuters AP Reuters

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