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Rede zur Lage der Nation: Warum Donald Trump einen elfjährigen Schüler zur "State of the Union"-Ansprache einlädt

Ein elfjähriger Schüler ist Gast des US-Präsidenten bei der "State of the Union"-Ansprache. Die Gästeliste wird stets auch als eine politische Botschaft gesehen - da ist auch der Fall es kleinen Joshua keine Ausnahme.

Donald Trump vor seiner State of the Union 2018 im Abgeordnetenhaus

Donald Trump vor seiner State of the Union 2018 im Abgeordnetenhaus: In diesem Jahr ist ein junger Namensvetter Gast des US-Präsidenten. Der 11-Jährige wird wegen seines Nachnamens in der Schule gemobbt.

Getty Images / DPA

Mit Joshua Trump hat US-Präsident Donald Trump einen jungen Namensvetter zu seiner Rede zur Lage der Nation eingeladen. Der Elfjährige war sogar international bekannt geworden, weil er wegen seines Nachnamens in der Schule gemobbt wurde. Der Sechstklässer aus Wilmington im US-Bundesstaat Delaware möge Naturwissenschaften, Kunst und Geschichte, schreibt das Weiße Haus in einem Kurzporträt des Jungen, der inzwischen unter den Namens seines Vaters Berto geführt wird.    

Joshua liebe außerdem Tiere und wolle sich später auch beruflich mit Tieren beschäftigen. Sein "Held und bester Freund" sei sein Onkel Cody, der in der US-Luftwaffe dient. "Leider ist Joshua wegen seines Nachnamens in der Schule gemobbt worden", heißt es dann in der Beschreibung des Weißen Hauses. "Er ist der First Lady und der Familie Trump für ihre Unterstützung dankbar." Ob die gut gemeinte Geste hilfreich für den Schüler sein wird, bleibt abzuwarten. Die State of the Union wird US-weit live im Fernsehen übertragen.

Donald Trump: Gästeliste als politisches Statement

Donald Trumps Rede zur Lage der Nation vor dem US-Kongress in der Nacht zu Mittwoch (hiesiger Zeit) wird mit Spannung erwartet. Sie war wegen des erbitterten Streits mit den US-Demokraten um die Finanzierung einer Grenzmauer nach Mexiko verschoben worden, durch den es einen wochenlangen Regierungsstillstand in den USA gegeben hatte. Die Sprecherin des Abgeordnetenhauses, die Demokration Nancy Pelosi, hatte als Hausherrin Trump zwischenzeitlich sogar ausgeladen - und dies damit begründet, dass wegen des Shutdowns die Sicherheit nicht gewährleistet sei. Ein enormer Affront gegen jeden US-Präsidenten. Kurzzeitig hatte Trump überlegt, ob er prestigeträchtige, wichtigste Rede des Jahres nicht am traditionellen Ort abzuhalten. Der Shutdown ist derzeit ausgesetzt, sodass Trump die State of the Union im Abgeordnetenhaus halten kann. Politisch könnte Trump während der Rede die Ausrufung des Notstands ausrufen, um den Bau der Grenzmauer zu ermöglichen und eine Neu-Aufnahme des Shutdowns zu verhindern.

+++ Lesen Sie hier mehr über den Shutdown und wie der Haushaltsstreit weitergehen könnte. +++

Der Präsident, die First Lady und die Kongressmitglieder dürfen zur State of the Union Gäste einladen. Häufig beinhaltet die Auswahl eine explizite politische Botschaft. Unter den mehr als zehn Gästen von Melania und Donald Trump sind neben dem Schüler Joshua Trump:

  • Der Polizist Timothy Mason, der mehrfach verwundet wurde, als er einen Schützen in der Tree of Life-Synagoge in Pittsburgh stoppen wollte. Bei dem Attentat wurden elf Menschen getötet.
  • Der Holocaust-Überlebende Judah Samet, der auch den Überfall auf die Synagoge in Pittsburgh überlebt hat.
  • Angehörige eines älteren Ehepaares Gerald und Sharon David aus Nevada, das von einem illegalen Einwanderer getötet worden sein soll. 
  • Alice Johnson, die wegen Drogengeschäften und Geldwäsche zu lebenslanger Haft verurteilt worden war, und von Donald Trump nach rund 20 Jahren Haft begnadigt wurde, nachdem sich Reality-Star Kim Kardashian sich für die heute 63-Jährige eingesetzt hatte.
  • Ashley Evans, die von ihrer Opioid-Abhängigkeit geheilt wurde. Die Opioid-Krise ist eine der tödlichsten Drogenepidemien in den USA - ausgelöst durch verschreibungspflichtige Schmerz-Medikamente.
  • Der neunjährige Grace Eline, die mit viel Mut und positiver Ausstrahlung einen Gehirntumor überlebt hat.
Donald Trump nutzt diese fünf Strategien zu seinen Gunsten

Quellen: AFP, Weißes Haus, "The Hill"