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Trumps Terror-Anschuldigungen: Eltern der Opfer empört: Unsere Kinder wurden nicht vom Islamisten ermordet

Im August 2016 wurden Mia und Tom erstochen. Donald Trump behauptet, der Täter sei ein Islamist gewesen. Doch die Eltern der Opfer widersprechen ihm. Sie wollen den Tod ihrer Kinder nicht missbraucht sehen.

Donald Trump wirft den Medien vor, über islamistische Anschläge nicht genügend zu berichten

Donald Trump wirft den Medien vor, über islamistische Anschläge nicht genügend zu berichten

Am Dienstag polterte Donald Trump wieder gegen die ihm so verhassten Medien. Sie würden islamistischen Terroranschlägen nicht genügend Beachtung schenken. Welche Attacken er dabei genau meinte, stellte das Weiße Haus ein wenig später in einer Liste zusammen. 78 Bluttaten werden da aufgezählt und auch die Namen der vermeintlichen Terroristen genannt. Darunter findet sich auch der Name von Smail Ayad.

Der junge Mann hatte im August 2016 in einem Backpacker-Hostel im australischen Queensland eine junge Frau und einen Mann, der ihr zur Hilfe geeilt war, erstochen. Weil Ayad bei seiner Tat "Allahu Akbar" gerufen hatte, wurde ihm damals schnell ein islamistisches Motiv unterstellt. Nun erklärte ihn auch Donald Trump zu einem Terroristen.

Offener Brief an Donald Trump

Doch die Eltern der Opfer von Ayad wollen das so nicht stehenlassen. "Der Tod meiner Tochter soll nicht zur Verfolgung unschuldiger Menschen benutzt werden", schrieb die Mutter der ermordeten Mia nun in einem offenen Brief an den US-Präsidenten. "Jeder Idiot kann 'Allahu Akbar' rufen, während er ein Verbrechen begeht." Niemand habe den Täter je beten gesehen. Und die Polizei habe bereits früh eine Verbindung zum IS ausgeschlossen.

Unerwiderte Liebe als Motiv

Auch Les Jackson, der Vater des zweiten Opfers, ist davon überzeugt, dass Ayad kein Terrorist war. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass Trump und seine Berater ganz genau wissen, dass Tom und Mia nicht einem Terroranschlag zum Opfer gefallen sind, sondern der Tat eines verrückten Individuums", schrieb er auf Facebook. "Die Tatsache, dass jemand aus Toms Tod etwas politisches machen möchte, begreife ich nicht", sagte er der "Washington Post".

Tatsächlich sprechen alle Indizien dafür, dass Ayad die junge Frau aus unerwiderter Liebe angegriffen hat. Er lernte sie im Hostel kennen und soll sich in sie verliebt haben. Anderen Gästen hatte er offenbar erzählt, dass sie verheiratet seien. "Er versuchte eine ganze Weile, Sex mit Mia zu haben. Aber sie wollte nicht", erzählte damals der Farmer, bei dem Ayad gearbeitet hat, der Lokalzeitung "Townsville Bulletin". Ihre Ablehnung soll ihn zu der Tat getrieben haben.


ivi