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Pornostar vs. US-Präsident: Stormy Daniels will 130.000 Dollar an Donald Trump zurückzahlen

Pornostar Stormy Daniels geht in der öffentlichen Schlammschlacht mit dem US-Präsidenten in die Offensive. Sie will 130.000 Dollar Schweigegeld an Trump zurückzahlen und lässt über Ihre Anwälte fragen, auf welches Konto sie überweisen soll.

Stormy Daniels und Donald Trump

Stormy Daniels will über ihre angebliche Beziehung zu Donald Trump öffentlich frei reden können

AFP

Die US-Pornodarstellerin Stormy Daniels will 130.000 Dollar Schweigegeld an US-Präsident Donald Trump zurückzahlen. Über ihren Anwalt ließ Daniels, die mit bürgerlichem Namen Stephanie Cliffort heißt, verlautbaren, das Geld solle auf ein Konto eingezahlt werden, das Trump benennen soll. Der Zeitpunkt der Einzahlung könne an diesem Freitag oder zuvor erfolgen. Das Anwaltsschreiben - hier gelangen Sie zu dem Dokument - kursiert im Internet.

Im Gegenzug soll die Schweigevereinbarung zwischen dem Pornostar und dem Präsidenten aufgelöst werden. Stormy Daniels will erreichen, dass sie öffentlich frei über ihre Beziehung zu Trump sprechen darf, ohne juristisch belangt zu werden. Dazu solle sie jegliche Textnachrichten, Fotos oder Videos veröffentlichen dürfen, die sie zu Trump besitze, heißt es in dem Schreiben weiter.

Fraglich ist, ob Trump auf diese Aufforderung reagiert. Sollte der US-Präsident das Geld annehmen, wäre er endgültig tief in die Affäre verstrickt, die seit Wochen ein zentrales Thema in den amerikanischen Abendnachrichten ist und international für Kopfschüteln sorgt.

Stormy Daniels will vor Jahren eine Affäre mit Donald Trump gehabt haben

Clifford alias Stormy Daniels behauptet, sie habe vor mehreren Jahren eine Affäre mit Trump gehabt. Der Präsident bestreitet das. In einer Schweigeverpflichtung hatte sich die 38-Jährige verpflichtet, nicht öffentlich über das Thema zu sprechen.

In der vergangenen Woche hatte Stormy Daniels Klage gegen Trump eingereicht, um zu erreichen, dass die Schweigevereinbarung hinfällig wird. In der Klageschrift argumentiert sie, nicht Trump, sondern nur dessen Anwalt Michael Cohen habe 2016 die Vereinbarung zur Nichtveröffentlichung von Details einer Affäre Trumps mit der Schauspielerin unterschrieben. Damit ist aus ihrer Sicht die Abmachung "hinfällig und nichtig".

Trumps Anwalt Michael Cohen hatte im Februar erklärt, er habe 130.000 US-Dollar an Clifford aus eigener Tasche gezahlt. Zum Zweck der Zahlung äußerte er sich nicht, betonte aber, weder Trumps Firma noch das Wahlkampfteam hätten von der Transaktion gewusst. Nach Medienberichten handelt es sich bei der Summe um Schweigegeld, damit Clifford nicht über die angebliche Sex-Affäre mit Trump spricht.

Die Zahlung trug sich 2016 mitten im Präsidentschaftswahlkampf zu. Das macht die angebliche Affäre, die laut Klageschrift vom Sommer 2006 bis ins Jahr 2007 gedauert haben soll, politisch.

Das Promi-Magazin "Intouch" hatte im Februar ein Interview mit Clifford veröffentlicht, in dem sie von der vermeintlichen Begegnung mit Trump im Jahr 2006 berichtet. Das Interview wurde vor Abschluss der Vereinbarung geführt, aber damals nicht veröffentlicht.

Trumps Sprecherin Sarah Sanders hatte Mitte vergangener Woche gesagt, in dieser Angelegenheit sei bereits ein Schiedsverfahren zu Trumps Gunsten gewonnen worden; damit sei das erledigt. Wann und in welcher Form, sagte Sanders nicht. Auf die Frage, ob Trump von der Zahlung eines Schweigegelds an Clifford gewusst habe, sagte sie ausweichend: "Nicht, dass ich wüsste." Sanders untermauerte nun auch öffentlich frühere Angaben, wonach Trump die von der Darstellerin behauptete Affäre rundweg abstreite.


anb (mit Agenturen)