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Sie will nicht ins Weiße Haus "Megan sollte nicht respektlos sein" – Trump geht auf Kapitänin der US-Fußballdamen los


Weil sie nicht ins "fucking White House" gehen möchte, hat Donald Trump Megan Rapinoe mit mehreren Tweets angegriffen. Die Kapitänin der US-Fußballdamen solle "erstmal gewinnen", bevor sie den Mund aufmache, so der US-Präsident.

"Ich bin ein großer Fan des amerikanischen Teams, und vom Frauenfußball, aber Megan sollte erst GEWINNEN bevor sie REDET. Bring den Job zu Ende!", poltert US-Präsident Donald Trump am Mittwoch auf Twitter. Mit Megan meint er Fußballerin Megan Rapinoe, ihres Zeichens Kapitänin der US-Ladies bei der Frauenfußball-WM in Frankreich. Diese hatte nämlich kürzlich betont, im Falle einer Einladung aus Washington bestimmt nicht ins - Zitat - "fucking White House" gehen zu wollen. 

Trump fuhr fort: "Wir haben Megan oder das Team noch nicht eingeladen, aber jetzt lade ich das TEAM ein, egal ob es gewinnt oder verliert". Rapinoe solle "unser Land, das Weiße Haus oder die Flagge nicht missachten, insbesondere weil so viel für sie und das Team getan wurde", ergänzte der Präsident. "Sei stolz auf die Fahne, die du trägst. Die USA machen es großartig!"  

Megan Rapinoe will nichts ins "fucking White House"

Die Fußballerin war in einem am Dienstagabend veröffentlichten Video-Interviewausschnitt des US-Fußballmagazins "Eight By Eight" gefragt worden, ob sie sich denn darüber freuen würde, ins Weiße Haus eingeladen zu werden, für den Fall, dass ihr Team in Frankreich den Titel hole. Daraufhin hatte die Sportlerin gesagt: "I'm not going to the fucking White House" (deutsch: "Ich werde nicht in das beschissene Weiße Haus gehen").

Rapinoe ist für ihre kritischen Töne bekannt. Im Herbst 2016 war sie eine der ersten weißen Sportlerinnen, die sich dem schwarzen Footballer Colin Kaepernick anschloss in seinem Protest gegen Polizeigewalt und rassistische Diskriminierung. Dazu hatte sie sich bei der Nationalhymne hingekniet, was der US-Fußballverband seinen Spielerinnen inzwischen verboten hat. Seitdem singt sie die Hymne nicht mit und hält die Arme hinter dem Rücken, statt die Hand aufs Herz zu legen, wie ansonsten üblich.

Mit ihrem Team steht Rapinoe am Freitagabend im WM-Viertelfinale gegen Gastgeber Frankreich (Anpfiff 21 Uhr). 

fin

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