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Terroranschlag: Trump kondoliert Barcelona und empört mit Schweineblut-Tweet

Die Sage von General Pershing, der einst mit einer fragwürdigen Exekution islamistischen Terror verhindert haben soll, erzählt Donald Trump öfters. Nun auch wieder - angesichts des Anschlags in Barcelona. Nur: Die Geschichte stimmt nicht.

Donald Trump presst die Lippen zusammen - ein weitere Berater kündigt ihm die Zusammenarbeit auf

Donald Trump

Donald Trump hat nach dem Anschlag in Barcelona mit einer dubiosen Empfehlung zum Anti-Terror-Kampf für Empörung gesorgt: Zunächst bot der US-Präsident den Spaniern via Twitter die Hilfe der Vereinigten Staaten an. Dann legte er mit einem Tweet nach, in dem er dazu riet, für den Kampf gegen Terrorismus die Methoden von General John Pershing zu studieren.

Der bereits mehrfach widerlegten Legende nach soll Pershing auf den Philippinen 49 von 50 muslimischen Gefangenen mit Projektilen exekutiert haben, die er zuvor in Schweineblut getaucht hatte. Mit dem Blut der für gläubige Moslems unreinen Tiere sei ihnen der Weg ins Paradies versperrt gewesen. Den einzigen Überlebenden ließ er angeblich frei, damit der seinen Mitstreitern von den Methoden der Amerikaner berichtet. "Danach gab es 35 Jahre lang keinen radikalislamischen Terror mehr", schrieb Trump auf Twitter.

Historiker halten Erzählung für frei erfunden

Trump hatte diese Legende bereits im Wahlkampf 2016 zitiert, als er nach Siegen in ersten Bundesstaaten im Aufwind war, obwohl Experten sie als frei erfunden bezeichnen. Laut Historikern gibt es nicht den geringsten Anlass, die Geschichte um Pershing für wahr zu halten, die sich in den Jahren der Moro-Rebellion (1899-1913) zugetragen haben soll. Pershing bekämpfte als Gouverneur in der damaligen US-Kolonie einen muslimischen Aufstand in der Provinz Moro.

In zahlreichen Reaktionen auf Trumps Tweet hieß es in US-Medien, während die Welt noch um die Toten trauere, verweise der Präsident der Vereinigten Staaten auf eine Lüge, in der die Exekution Gefangener glorifiziert werde. Zuvor hatte der US-Präsident geschrieben: "Die Vereinigten Staaten verurteilen die Terrorattacke in Barcelona, Spanien und unternehmen alles was immer nötig ist, um zu helfen. Seid zäh und stark, wie lieben euch."


mad/nik/AFP/DPA

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