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Mehrere Statuen attackiert Trump ordnet "Nationalgarten für Amerikanische Helden" an – was es damit auf sich hat

Plant einen Heldengarten: US-Präsident Donald Trump
Plant einen Heldengarten: US-Präsident Donald Trump
© Saul Loeb / AFP
Seit Wochen poltert Donald Trump gegen Demonstranten, die Statuen und Denkmäler entfernen (lassen wollen). Nun holt der US-Präsident zum symbolischen Gegenschlag aus.

Donald Trump hat den Bau eines "Nationalgartens für Amerikanische Helden" angeordnet. Ihm schwebt ein Park voller Statuen inmitten der Natur und in der Nähe von mindestens einer größeren Stadt vor. In der Verfügung verurteilt der US-Präsident Demonstranten, die in vielen Städten Denkmäler und Statuen bemalt, beschädigt oder ganz abgerissen haben. Seine Regierung werde den "Angriff auf unser gemeinsames historisches Gedächtnis" nicht einfach hinnehmen, heißt es weiter.

Zunächst solle eine Arbeitsgruppe innerhalb von zwei Monaten Ideen präsentieren, wie die Idee umzusetzen wäre und wo man einen solchen Garten errichten könnte. Eröffnet werden soll ein solcher Park spätestens bis zum 4. Juli 2026, zum 250. Jubiläum der Unabhängigkeitserklärung.

Trump legt in seiner Anordnung wert darauf, dass alle Statuen die geschichtlichen Figuren "lebensecht oder realistisch" abbilden sollen und "nicht abstrakt oder modernistisch". Amerikanische Helden sollen demnach zum Beispiel die Gründerväter der Nation sein, Menschen, die gegen die Sklaverei kämpften, Soldaten und Polizisten oder Erfinder, Unternehmer und Entdecker, aber auch Richter, Astronauten, Künstler oder Lehrer. "Keiner davon wird ein perfektes Leben geführt haben, aber alle werden es wert sein, dass man sie ehrt, sich ihrer erinnert und sie studiert", heißt es in der Verfügung.

Vor allem Südstaaten-Helden-Statuen attackiert

Bei den vielen der in den vergangenen Wochen von Protestierenden angegriffenen Denkmälern handelt es sich um solche, die Kriegshelden der Südstaaten zeigen. Diese kämpften im US-Bürgerkrieg von 1861 und 1865 gegen die Abschaffung der Sklaverei. Manche Aktivisten nehmen aber auch zum Beispiel Denkmäler der Gründerväter und frühen US-Präsidenten George Washington und Thomas Jefferson ins Visier, weil beide selbst Sklaven besaßen. 

Diese beiden sind nun explizit in den Beispielen in Trumps Anordnung erwähnt, Kriegshelden der Südstaaten hingegen nicht. Dafür aber Helden der Gegenseite im Bürgerkrieg, sowie mehrere Schwarze, die gegen die Sklaverei ankämpften und der erschossene Bürgerrechtsaktivist Martin Luther King. Aus der jüngeren Vergangenheit finden sich vor allem konservative und republikanische Figuren, wie etwa Ex-Präsident Ronald Reagan, der verstorbene, erzkonservative Oberste Richter Antonin Scalia oder der evangelikale Erweckungsprediger Billy Graham.

Unter den Personen, die Trump verbindlich für seinen Heldengarten festlegt, sind auch etwa die Flugpionierin Amelia Earhart, Schriftstellerin Harriet Beecher Stowe oder die Krankenschwester und Gründerin des Amerikanische Roten Kreuzes Clara Barton sowie die bei der Challenger-Shuttle-Katastrophe ums Leben gekommene Lehrerin Christa McAuliffe.

Explizit erwähnt wird auch die Option Nicht-Amerikaner in den Garten mit aufzunehmen, wie etwa Christopher Columbus oder der spanische katholische Missionar Junipero Serra. Beide sind inzwischen umstrittene historische Figuren wegen des brutalen Umgangs mit den Einheimischen nach der "Entdeckung" Amerikas.

Donald Trumps zweite Anordnung in der Sache

Zwei von der "New York Times" befragte Professoren für Bürgerrechte respektive politische Geschichte bewerten Trumps Anordnung als hochgradig politisch motivierte Botschaft an seine Basis. Ein von der "Washington Post" interviewter Geschichtsprofessor bezeichnet die genannten Namen als "von seltsam über wahrscheinlich unangebracht bis hin zu provozierend".

Es ist bereits Trumps zweite Anordnung, mit der er gegen die Entfernung von Denkmälern und Stauen vorgehen will. Ende Juni hatte er via Verfügung die Strafverfolgungsbehörden angehalten, gegen Personen vorzugehen, die Bundesdenkmäler zerstörten. Zuvor hatte er bis zu zehn Jahren Haft dafür gefordert. Mit der Anordnung sollten außerdem Bundesgelder teilweise zurückgehalten werden, wenn Städte ihre Statuen nicht vor Demonstranten schützten.

In seinen Reden und via Twitter hat Trump die Demonstranten immer wieder scharf attackiert. Auch am Wochenende sprach er wieder von "wütenden Mobs", denen er "eine erbarmungslose Kampagne zur Auslöschung unserer Geschichte, zur Entehrung unserer Helden, zur Vernichtung unserer Werte und zur Indoktrination unserer Kinder" vorwarf.  

Quellen: Anordnung auf Webseite des Weißen Hauses / "New York Times" / Vox / BBC 

tkr

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