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Nach Hurrikan-Zerstörungen Trump soll Verkauf von Puerto Rico erwogen haben

US-Präsident Donald Trump
US-Präsident Donald Trump wurde nach den Zerstörungen auf Puerto Rico durch Hurrikan "Maria" im Jahr 2017 wegen seines Umgangs mit der Katastrophe scharf kritisiert
© Evan Vucci / DPA
Puerto Rico wurde 2017 von Hurrikan "Maria" verwüstet, tausende Menschen starben. Laut der damaligen US-Heimatschutzministerin schlug Donald Trump daraufhin vor, das Außengebiet der Vereinigten Staaten einfach abzustoßen.

US-Präsident Donald Trump soll überlegt haben, das zu den Vereinigten Staaten gehörende Puerto Rico zu verkaufen, nachdem die Karibikinsel 2017 durch Hurrikan "Maria" verwüstet worden war. Das hat Trumps damalige Heimatschutzministerin Elaine Duke in einem Gespräch mit der "New York Times" berichtet.

"Die anfänglichen Vorstellungen des Präsidenten waren eher die eines Geschäftsmannes", sagte Duke der Zeitung. "Können wir die Elektrizität auslagern? Können wir die Insel verkaufen? Sie wissen schon, oder diesen Vermögenswert loswerden?"

Zwar sei ein Verkauf von Puerto Rico von der US-Regierung nie ernsthaft in Erwägung gezogen oder diskutiert worden, nachdem Trump das Thema angesprochen hatte, berichtet die Ex-Ministerin weiter. Dennoch sei sie völlig perplex gewesen, als sie von dieser Idee des Präsidenten gehört habe.

"Es geht nicht um die Menschen, es geht um das Geld"

Duke berichtete der "New York Times" auch von einem Gespräch mit Trumps damaligem Haushaltsdirektor im Weißen Haus, Mick Mulvaney. Als Hurrikan "Maria" sich Puerto Rico genähert habe, habe sie für die Ausrufung eines Ausnahmezustands plädiert, sagte die Republikanerin. Doch Mulvaney sei dagegen gewesen und habe zu ihr gesagt: "Hör auf, so emotional zu sein, Elaine, es geht nicht um die Menschen, es geht um das Geld."

Von der Zeitung mit dem Vorwurf konfrontiert, erklärte Mulvaney: "Ich habe eine solche Bemerkung nie gemacht."

"Maria" hat laut einer 2018 veröffentlichten Studie auf Puerto Rico schätzungsweise knapp 3000 Todesopfer gefordert und viele weitere Menschen obdachlos gemacht. Infolge des Hurrikans waren auf der Insel die Strom- und Wasserversorgung sowie das Straßen- und Telefonnetz weitgehend zusammengebrochen. Zahlreiche Dörfer waren monatelang von der Außenwelt abgeschnitten, kranke und alte Bewohner hatten keinen Zugang zu medizinischer Versorgung.

Donald Trump spielte Schäden herunter

Wegen seines Umgangs mit der Katastrophe musste sich Trump damals scharfe Kritik anhören. Viele Puerto-Ricaner warfen ihm vor, die Insel nicht ausreichend zu unterstützen. Bei seinem Besuch in Puerto Rico, fast zwei Wochen nach dem Sturm, bezeichnete der US-Präsident die Zahl der dortigen Todesopfer als vergleichsweise minimal und fiel durch flapsiges Auftreten auf: Wie ein Publikumsanheizer bei einem Basketballspiel warf er bei bester Stimmung Toilettenpapier in die versammelte Menge. Die Bilder davon verbreiteten sich rasant in den Medien und den sozialen Netzwerken.

Abgesehen davon machte Trump damals vor allem mit Beschimpfungen gegen die Politiker in dem US-Außengebiet von sich reden. Das Katastrophenmanagement seiner Regierung lobte er dagegen in den höchsten Tönen - während auf der Insel noch katastrophale Zustände herrschten.

Quellen: "New York Times"

mad

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