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Erste Auslandsstationen Seine Reise durch die Weltreligionen - so gläubig ist Trump selber

Donald Trump verlässt die Air Force One
Premiere für den Präsidenten: Donald Trumps erste Auslandsreise steht an. Statt in Washington, D.C. oder Florida zu verweilen, wird der US-Präsident neun Tage lang in der Welt unterwegs sein. Die erste Station ist Saudi-Arabien. Trump will mit dem saudischen König Salman über den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat und den Einfluss des Iran sprechen. Im Anschluss fliegt er nach Israel. Programmpunkte sind ein Treffen mit Ministerpräsident Netanjahu und dem Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas. Dann bricht Trump nach Europa auf. Eine Audienz bei Papst Franziskus will der Präsident nutzen, um über Religionsfreiheit und Menschenrechte zu diskutieren. Anschließend steht der Nato-Gipfel in Brüssel auf dem Programm. Den Abschluss der Reise bildet schließlich das Treffen der G7 auf Sizilien. Dann geht es endlich wieder zurück nach Washington, D.C. – zurück ins Weiße Haus. Oder eben nach Palm Beach.
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US-Präsident Donald Trump besucht mit Saudi-Arabien, Israel und dem Vatikan zentrale Heimstätten dreier Weltreligionen. Über sein eigenes Verhältnis zur Religion.

Trump ist einer der am wenigsten gottesfürchtigen Präsidenten der US-Geschichte. Er befindet sich damit im krassen Gegensatz zu fast allen anderen republikanischen Präsidenten und Kandidaten, die ihre Religiosität auch im Amt oft mit Inbrunst lebten. Trump wurde nicht wegen seiner Frömmigkeit Präsident, sondern trotz ihrer Abwesenheit.

Trump (70) ist Presbyterianer, das ist der größte Zweig der reformierten Kirchen. Er bezeichnet sich als Protestant oder Anhänger einer "wunderbaren Religion". Eine überzeugte Religiosität oder entsprechende Kenntnisse Trumps sind nicht bekannt. Mit dem christlichen Gedanken der Vergebung kann er nach eigenem Bekunden nichts anfangen. Er bringe die Dinge lieber selber wieder ins Lot und lasse Gott dabei aus dem Spiel.

Elternhaus und Werdegang entscheidender als Religion

In jungen Jahren besuchte Trump mit seinen Eltern und seinen vier Geschwistern die Marble Collegiate Church in Lower Manhattan. Er bezeichnet sie bis heute als seine Gemeinde. Aktiv ist er dort nicht. Trump wurde von Norman Vincent Peal beeinflusst, der dort predigte ("Die Kraft des positiven Denkens".) Alle Biografen sagen aber, für das Verständnis Trumps seien Elternhaus und Werdegang viel entscheidender als religiöse Bezüge.

Der Ethikprofessor Stanley Hauerwas (Duke University) sieht bei Trump zwar religiöse Überzeugungen am Werk, allerdings ohne christliches Fundament. Trump hebe die USA, ihre Größe und ihre Geschichte auf eine quasi göttliche Ebene. Aus Sicht der Christen sei das aber nur ein Götzendienst.

In seiner Lebensweise, Wortwahl und der Zahl seiner Ehen entspricht Trump keinem kirchlichen Ideal. Trotzdem haben Evangelikale und auch Katholiken für Trumps Wahl keine geringe Rolle gespielt. Trump löste einen Teil seiner Versprechungen an die Evangelikalen zuletzt mit einem Dekret ein. Es blieb hinter fundamentalistischen Erwartungen zurück.

Trump regiert die USA als ein Land, das über Jahrzehnte größten Wert auf christliche Religiosität gelegt hat, dessen lange Linien ausweislich der Daten- und Umfragelage aber klar in Richtung Säkularisation weisen. Im Mittelpunkt eines der wenigen religiös konnotierten Zitate Trumps steht, wie so oft, er selbst: "Ich werde einer der größten Präsidenten sein, die Gott jemals geschaffen hat."

feh DPA

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