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Wahlkampfversprechen Trump stellt Plan für Mauer an Mexiko-Grenze vor - er könnte absurder nicht sein

Donald Trump macht Wahlkampf in Wisconsin
Wahlkampftermin: Donald Trump hatte vor der Vorwahl in Wisconsin notiert, wie er die Mexikaner für den Bau der Mauer bezahlen lassen will
© Scott Olson/Getty Images/AFP
Es ist eines von Donald Trumps Kernwahlversprechen: eine Mauer an der Grenze zu Mexiko, bezahlt von Mexiko. Nun hat er erläutert, wie der Plan umgesetzt werden soll. Die Idee erinnert an den Plot eines Gangsterfilms.

Sollte Donald Trump diese Idee so oder so ähnlich auch bei seinen Geschäften anwenden, dann möchte man ihn nicht als Partner haben - und noch viel weniger als US-Präsident. Der "Washington Post" liegt ein Schreiben vor, in dem der republikanische Präsidentschaftskandidat ausführt, wie er seine festversprochene Mauer an der Grenze zu Mexiko finanzieren will. Das zweiseitige Memo liest sich wie der Plot eines Gangsterfilms. Im Grunde ist sein Plan nichts weiter als schiere Erpressung mit der er den Nachbarstaat zwingen will, die benötigten Mittel zur Verfügung zu stellen:

  • Tag 1: Per Gesetz stoppt die USA sämtliche Zahlungen, die in den USA lebenden Mexikaner in ihr Heimatland überweisen.
  • "Am Tag 2 wird es unverzüglich zu Protesten kommen", so Trump in dem Schreiben. Rund 24 Milliarden US-Dollar würden jedes Jahr von Mexikanern nach Mexiko transferiert. Der größte Teil davon lebe illegal in den USA. Das Geld "dient de facto als Sozialhilfe für arme Familien in Mexiko."
  • Tag 3: Die US-Regierung bietet der mexikanischen Regierung an, den Geldstrom wieder fließen zu lassen und verlangt im Gegenzug "_ Milliarden Dolllar". Die genaue Summe ist nicht aufgeführt, die "Washington Post" aber geht davon aus, dass ein US-Präsident Trump zwischen fünf bis zehn Milliarden Dollar fordern würde.

Donald Trumps falsche Fakten

In nur drei Tagen zur Mauer so sieht die Idee von Donald Trump aus. Abgesehen davon, dass sie moralisch höchst fragwürdig ist, sie basiert sie auch schlicht auf falschen Fakten. Die Summe von 24, 25 Milliarden Dollar, die Auslands-Mexikaner jährlich an ihre Verwandten überweisen stimmt zwar, allerdings weist die "Washington Post" darauf hin, dass es dabei um sämtliche Gelder geht, die nach Mexiko fließen. Also weltweit, nicht nur aus den USA. Rechtsexperten zweifeln in der Zeitung zudem daran, dass das zu entsprechende Gesetz, der Patriot Act, um den benötigten Passus zu erweitern sei. Und auch Barack Obama hat sich zu dem Plan geäußert: "Jeden einzelnen Western-Union-Geldtransfer sollen wir überwachen? Viel Erfolg dabei", so der US-Präsident sarkastisch.

Das Schreiben, dass dem Blatt vorliegt, wurde offenbar anlässlich eines Interview mit dem Starjournalisten Bob Woodward aufgesetzt. Am Ende des Papiers schreibt Trump noch von Drogendealern, Gangs und Kartellen, die die offenen Grenzen ausnützen würden, um eine erhebliche Zahl an Verbrechen zu begehen. "Doch wir sind moralisch im Recht und haben auch die Hebel. Es ist Zeit sie zu nutzen, um Amerika wieder groß zu machen.

Niels Kruse

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